Party-Randale in Köln und Münster: Polizei zieht Konsequenzen

Party-Randale in Köln und Münster: Polizei zieht Konsequenzen

Ausufernde Partys am Aachener Weiher in Köln und am Aasee in Münster haben die Polizei in Atem gehalten. Randalierer griffen Beamte an. In der Domstadt soll nun in der Nacht auf Sonntag die doppelte Zahl an Einsatzkräften unterwegs sein.

Die Polizei in Köln zieht Konsequenzen nach den Angriffen auf Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei einer illegalen Party am Aachener Weiher. Sie kündigte am Samstag an, die Zahl der eingesetzten Beamten in der Nacht auf Sonntag zu verdoppeln. Zusätzlich werde eine Reiterstaffel in den Parks rund um den Aachener Weiher in Köln im Einsatz sein.

Dort war es - ebenso wie in Münster - in der Nacht zu Samstag zu ausufernden Party-Szenen gekommen. Randalierer attackierten Einsatzkräfte. Es flogen Flaschen, auch Pyrotechnik wurde gezündet. In Köln erlitten drei Beamte Verletzungen, in Münster ein Polizist.

Kölner Stadtdirektorin erschüttert über Vorfälle

Die Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome sagte am Samstag: "Die Aggressivität und Respektlosigkeit haben mich erschüttert." Zugleich verurteilte sie die Angriffe auf Ordnungsamt-Mitarbeiter und Polizisten aufs Schärfste. Etwa 1.000 Menschen hatten ausgelassen gefeiert. Von einer weit höheren Teilnehmerzahl geht WDR-Reporter Oliver Köhler aus, der in der Nacht vor Ort war. "Es war wie bei einem Festival", berichtet Köhler. Die Polizei sprach gegenüber dem WDR von "tumultartigen Zuständen".

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Beschimpfungen und Gewalt

Leere Flaschen schwimmen als letzten Überreste einer Party im Aachener Weiher.

Leere Flaschen schwimmen als letzten Überreste einer Party im Aachener Weiher.

Als die Polizisten und Mitarbeiter des Kölner Ordnungsamtes die Menschen kontrollieren wollten, gab es Protest. Die Beamten wurden teilweise von den Feiernden beschimpft und mit Flaschen beworfen. Eine Flasche traf einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Er wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auch zwei Polizisten wurden leicht verletzt.

Daraufhin zog eine Hundertschaft der Polizei mit Helmen und Schutzschilden durch den Park, stellte zwei Musikanlagen sicher und stoppte die Party. Es wurden mehrere Anzeigen gestellt. Die DJ's waren laut Polizei schon geflüchtet.

Auch Brüsseler Platz geräumt

Die Stadt Köln musste in der Nacht auf Samstag auch im Belgischen Viertel durchgreifen. Dort räumten Ordnungskräfte den Brüsseler Platz und die Seitenstraßen, da sich rund 300 Personen gegen 22 Uhr trotz des geltenden Alkohol- und Verweilverbots dort aufgehalten hatten.

Polizei räumte beliebte Wiese am Aasee

Körperverletzungen, Pyrotechnik und Flaschenwürfe: "Wegen aggressiver Randalierer" hatte die Polizei in Münster in der Nacht auf Samstag eine beliebte Wiese am Aasee geräumt. Nachdem Kontrollen der Stadt zunächst Wirkung gezeigt und Hunderte Besucher friedlich gefeiert hatten, sei die Situation im Laufe der Nacht eskaliert, teilte die Polizei am Samstag mit. Bis zu 250 teils betrunkene Menschen hätten sich versammelt, Böller gezündet, Plastik- und Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen und Aufforderungen über Lautsprecherdurchsagen ignoriert.

Zusammenstöße mit der Polizei schon vor einer Woche

Schon vor einer Woche war es in einigen Städten zu Auseinandersetzungen zwischen Polizeibeamten und Feiernden gekommen. In Hamburg und Stuttgart musste die Polizei größere Partys auf den Straßen auflösen, auch in Düsseldorf stieß die Polizei auf große feiernde Gruppen, die sich nicht an Regeln hielten.

In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, rund 2.000 Menschen hätten an der Party teilgenommen. Diese Darstellung wurde am Samstagmorgen von der Polizei korrigiert.

Stand: 12.06.2021, 15:42