IS-Unterstützer aus Leverkusen: Vier Jahre Jugendhaft

Das Oberlandesgericht in Düsseldorf

IS-Unterstützer aus Leverkusen: Vier Jahre Jugendhaft

Ein 18-jähriger Syrer aus Leverkusen ist als Werber für die Terrormiliz IS zu vier Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Ein 18-jähriger Syrer aus Leverkusen ist heute als Werber und Unterstützer der Terrormiliz IS vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu vier Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Vorwurf: Aufruf zum Mord

Der Angeklagte hat laut Gericht gestanden, als 16-jähriger Jugendlicher mehrfach über Messenger-Dienste für den Beitritt zum Islamischen Staat, zum bewaffneten Heiligen Krieg und in einem Fall zum Mord aufgerufen zu haben.

Laut Gericht hatte er seine Verlobte in Marokko und einen Syrer dazu gebracht, einen Treueeid auf den inzwischen getöteten IS-Chef al Bagdadi abzulegen. Außerdem habe er als Vertrauensbeweis in Syrien einen "Ungläubigen" töten wollen. Die Tat konnte in letzter Minute vereitelt werden. Der junge Syrer wurde festgenommen. Das Gericht warf ihm ebenfalls vor propagandistische Gewaltvideos verbreitet und Anleitungen für Anschläge heruntergeladen zu haben.

Generalstaatsanwalt forderte viereinhalb Jahre

Der Generalstaatsanwalt hatte eine Jugendhaftstrafe von viereinhalb Jahren gefordert. Der Staatsschutzsenat hielt vier Jahre für angemessen und würdigte, dass der 18-Jährige selbst im Alter von gerade mal elf Jahren in Syrien am Demonstrationen teilgenommen hatte, die von der Staatsmacht niedergeknüppelt worden waren.

Das habe den Angeklagten stark traumatisiert und zu einem "unversöhnlichen Hass auf die Schergen des Assad-Regimes geführt.

Der Prozess fand aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand: 29.01.2020, 17:06

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