Karneval in Köln steht auf der Kippe

Jecken feiern den 11.11.21 am Kölner Heumarkt.

Karneval in Köln steht auf der Kippe

Von Jochen Hilgers

Der Krisenstab der Stadt Köln hat am Freitag wichtige Entscheidungen getroffen, um auf die massive Ausbreitung des Coronavirus in der Stadt zu reagieren.

Die Inzidenz liegt am Freitag (3. Dezember) bei 454,1. Karneval steht auf der Kippe. Und da derzeit 2.000 Indexfälle von der Kontaktverfolgung nicht bearbeitet werden können, wird die Abteilung weiter aufgestockt. Zu einer möglichen Absage des Kölner Karnevals sagte Kristenstabs-Leiterin Andrea Blome auf WDR-Anfrage:

"In Ländern mit einem hohen Infektionsgeschehen müssen Veranstaltungen nach Möglichkeit abgesagt und Sportveranstaltungen ohne Zuschauer durchgeführt werden. Ich denke, das ist eine ganz klare Aussage, dass wir befürchten, dass das Infektionsgeschehen weiter ansteigt. [ ...] Dann werden wir aber sicherlich auch in absoluter Abstimmung mit dem Festkomitee entsprechende gemeinsame Entscheidungen treffen." Andrea Blome, Leiterin des Krisenstabes

Gesundheitsdezernent Harald Rau ergänzte, ihm fehle die Fantasie sich vorzustellen, dass das Kölner Dreigestirn Anfang Januar im vollbesetzten Gürzenich proklamiert werde.

Weitere Beschlüsse des Krisenstabs der Stadt Köln

• Lolli-Tests in Kitas und Tagespflegestellen werden über den 31. Dezember hinaus weitergeführt

• Clubs und Diskotheken sind ab Samstag (04.12.2021) wieder geschlossen

• Weitere mobile Impfaktionen im Dezember

• Schwerpunktkontrollen der Maskenpflicht am Wochenende vom 03.12. bis 05.12.

Corona-Kontaktverfolgung in Köln katastrophal

In der Kontaktverfolgung meldet die Stadt derweil katastrophale Zustände. Bei mehr als 2.000 positiven Corona-Fällen habe es noch keine Kontaktverfolgung stattgefunden, hieß es auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des Krisenstabes.

Der Krisenstab will daher das Personal in der Kontaktverfolgung von Corona-Fällen massiv verstärken. Zu den bisher rund 900 Beschäftigten sollen in der kommenden Woche mehr als 150 Freiwillige aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung und Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten für die Kontakt-Verfolgung eingesetzt werden.

Neues Impfzentrum in Köln geplant

Auch das geschlossene Impfzentrum war Thema. Die Schließung im Herbst sei ein absoluter Fehler gewesen, sagte Andrea Blome. Sie will Geld von Bund und Land zur Einrichtung eines neuen Kölner Impfzentrums. Hätte man es noch, könnte man vor allem viele Jugendliche und junge Erwachsene impfen.

Die Impfangebote müssten jetzt wieder in einem Zentrum gebündelt werden, sagte Blome. Bei einer Inzidenz in Köln von mehr als 450 würde die Verschärfung der Coronaschutzverordnung Köln in voller Härte treffen. Da es massenhaft Verstöße gegen die Maskenpflicht gebe, werde das Ordnungsamt jetzt mit aller Härte vorgehen, so die Leiterin des Krisenstabes. Demnach drohen Strafen von bis zu 150 Euro.

Stand: 03.12.2021, 17:42