Kölner Hauptbahnhof: Bahnverkehr wieder normal

Kölner Hauptbahnhof: Bahnverkehr wieder normal

  • Bahnverkehr rund um Kölner Hauptbahnhof läuft wieder
  • Folgen der Geiselnahme am Mittag nicht mehr spürbar
  • Verspätungen durch bestehende Streckensperrungen

Am Kölner Hauptbahnhof, einem Nadelöhr im Bahnverkehr, fahren die Züge wieder nach der Geiselnahme. Die Folgen des Polizeieinsatzes waren am Dienstagmittag (16.10.2018) nicht mehr spürbar, sagte ein Bahnsprecher: "Bis auf wenige Ausnahmen hat sich alles stabilisiert." Die längsten Verspätungen von teils mehr als einer Stunde wurden am Vormittag ohnehin durch die bestehenden Streckensperrungen mit verursacht.

Neben der Sperrung der Schnellstrecke nach Frankfurt nach einem ICE-Brand stören die planmäßigen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Essen und Duisburg den Bahnbetrieb. Am Vormittag verursachte eine Stellwerkstörung bei Köln-Worringen zusätzliche Probleme. Erst gegen 9 Uhr war die Störung laut Bahn behoben.

"Das ist insgesamt keine gute Mischung für den Bahnverkehr", sagte ein Bahnsprecher dem WDR. Am Dienstagvormittag mussten die Fahrgäste teils längere Fahrtzeiten einplanen.

Verzögerungen im Fernverkehr

Seit dem Morgen laufe der Regional- und S-Bahn-Verkehr bereits "weitgehend normal", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn dem WDR. Im Fernverkehr kam es bis zum Mittag noch zu einigen Verzögerungen, die dem Polizeieinatz zuzurechnen waren.

Die Polizei hatte den Hauptbahnhof wegen der Geiselnahme am Montag gesperrt. Züge wurden umgeleitet. Bei einigen Fernzügen ist die Fahrt abgebrochen worden. Lokführer und Züge waren deshalb laut Bahnsprecher nicht dort, wo sie zu Fahrt- und Dienstbeginn sein sollten. Dadurch entstanden Verspätungen.

Hotel-Gutscheine für Bahnkunden

Am Abend sei es noch möglich gewesen, Reisende mit Zügen nach Berlin und Frankfurt zu bringen. Kunden, die nicht weitergekommen seien, hätten Taxi- und Hotel-Gutscheine bekommen. Insgesamt seien mehrere Hundert Gutscheine ausgeteilt worden. Im Bahnhof sei niemand gestrandet, teilte die Bahn mit.

Wichtiger Knotenpunkt in NRW

Der Kölner Hauptbahnhof ist einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte in ganz Nordrhein-Westfalen. Täglich durchströmen ihn rund 1.300 Züge und bis zu 280.000 Reisende auf elf Gleisen.

Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof: Der Bahnhof wurde gesperrt, der Zugverkehr eingestellt. Gegen 15 Uhr konnten Einsatzkräfte den Geiselnehmer überwältigen.

Einsatzwagen und Menschenmenge vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofes

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Am Mittag gegen 12.45 Uhr gingen bei Polizei und Feuerwehr Notrufe ein.

Im hinteren Teil des Bahnhofs habe es Schüsse oder Explosionen gegeben, berichteten Anrufer. Die Polizei bestätigte das nicht.

In einer Apotheke werde aber eine Geisel gefangen gehalten, so die Polizei.

Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot am größten Bahnhof in NRW.

Der gesamte Bahnhof wurde gesperrt, der Bahnverkehr komplett eingestellt.

Rund um den Bahnhof begaben sich schwer bewaffnete Polizisten in Stellung.

Entwarnung kam gegen 15 Uhr: Der Täter sei unter Kontrolle, meldete die Polizei.

Stand: 16.10.2018, 12:44

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