Geiselnahme in Köln: Polizei prüft Terror-Hintergrund

Geiselnahme in Köln: Polizei prüft Terror-Hintergrund

  • Ermittlungen nach Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof
  • Polizei schließt terroristischen Hintergrund nicht aus
  • Zeugen können Fotos und Videos auf Polizeiportal laden
Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei arbeiten in einer Apotheke im Hauptbahnhof, in der sich zuvor eine Geiselnahme ereignet hatte.

Spurensicherung am Tatort

Im Kölner Hauptbahnhof werden am Tag nach der Geiselnahme noch Spuren gesichert. Die Polizei versucht herauszufinden, ob die Tat wirklich einen terroristischen Hintergrund hat. Passanten zufolge soll der Geiselnehmer gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe IS gehöre.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dem WDR: "Derzeit wird mit Hochdruck ermittelt, um die Hintergründe der Tat schnellstmöglich aufzuklären."

Durchsuchung in Köln

Die Ermittler suchen nach Hinweisen auf Kontakte des Geiselnehmers zu der Terrororganisation IS. In Köln sei eine Wohnung durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmittag (16.10.2018) dem WDR.

Die Anschrift der Wohnung sei im Ausweis vermerkt, der am Tatort gefunden wurde. Nach wie vor sei nicht ganz sicher, ob der Inhaber des Passes mit dem angeschossenen Geiselnehmer identisch sei.

Geiselnehmer auf Intensivstation

Der von der Polizei angeschossene Geiselnehmer liege weiterhin auf einer Intensivstation, sagte die Polizeisprecherin. Er sei nicht vernehmungsfähig, weil er nach wie vor in Lebensgefahr schwebe.

Polizisten im Kölner Hauptbahnhof an einer Absperrung am Morgen nach der Geiselnahme am 15.20.2018

Absperrung am Tag nach der Tat

Er hatte zuvor drei Passanten verletzt. Die Polizei habe "durch ihr konsequentes und professionelles Einschreiten Schlimmeres" verhindert, sagte NRW-Innenminister Reul dem WDR. "Den Verletzten wünsche ich eine gute und vollständige Genesung."

Zeugen können Fotos und Videos hochladen

Über Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, "Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten".

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hatte die Geiselnahme am Montagnachmittag (15.10.2018) nach zwei Stunden gewaltsam beendet.

Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

Einsatzwagen und Menschenmenge vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofes

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Am Mittag gegen 12.45 Uhr gingen bei Polizei und Feuerwehr Notrufe ein.

Im hinteren Teil des Bahnhofs habe es Schüsse oder Explosionen gegeben, berichteten Anrufer. Die Polizei bestätigte das nicht.

In einer Apotheke werde aber eine Geisel gefangen gehalten, so die Polizei.

Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot am größten Bahnhof in NRW.

Der gesamte Bahnhof wurde gesperrt, der Bahnverkehr komplett eingestellt.

Rund um den Bahnhof begaben sich schwer bewaffnete Polizisten in Stellung.

Entwarnung kam gegen 15 Uhr: Der Täter sei unter Kontrolle, meldete die Polizei.

Stand: 16.10.2018, 13:58

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