Hambach-Aktivistin zu Dauerarrest verurteilt

Hambacher-Forst-Aktivistin "Eule"

Hambach-Aktivistin zu Dauerarrest verurteilt

  • Drei Wochen Dauerarrest für Hambach-Aktivistin
  • Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Angriff auf Polizei
  • Gericht ermittelte Identität der Frau

Das Kölner Landgericht hat eine 19 Jahre alte Aktivistin am Dienstag (28.05.2019) zu drei Wochen Dauerarrest verurteilt. Das Gericht wirft der Frau Angriff auf Polizeibeamte, versuchte gefährliche Körperverletzung und Widerstand vor.

Das Amtsgericht Kerpen hatte in erster Instanz neun Monate Haft verhängt. Weil die Frau bereits sechs Monate in Untersuchungshaft war, gilt der Dauerarrest als vollstreckt. Das Gericht urteilte nach Jugendstrafrecht.

Baumhäuser bei der Räumung im Herbst 2018, Filmstill aus "Die rote Linie"

Baumhäuser bei der Räumung im Herbst 2018

Angeklagte soll nach Polizistin getreten haben

Die Angeklagte hatte sich bei der Räumung des Hambacher Forstes im September 2018 zur Wehr gesetzt und um sich getreten. Dabei hatte sie laut Gericht versucht, einer 24-jährigen Beamtin mit schweren Schuhen ins Gesicht zu treten.

Neben dem Arrest erhielt die Frau eine Strafe von 20 Stunden sozialer Arbeit. Eine Haftentschädigung für die U-Haft bekommt sie nicht, da sie durch das Verschweigen ihrer Personalien erheblich zur Länge der Untersuchungshaft beigetragen habe, so die Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Gefängnis gefordert, die Verteidigung einen Freispruch.

Frau verweigerte ihre Identität

Wie schon in der ersten Instanz weigerte sich die Frau auch in der Berufung vor dem Landgericht ihre Identität bekannt zu geben. Durch eine Melderegisterabfrage hatte das Gericht diese aber herausgefunden. In der Aktivisten-Szene nannte man sie "Eule".

Doku über den Widerstand im Hambacher Forst

WDR 3 Kultur am Mittag 21.05.2019 10:09 Min. Verfügbar bis 20.05.2020 WDR 3

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Stand: 28.05.2019, 15:01