"Konkrete Vorbereitungen für eine Biobombe"

SEK Beamte mit Atemschutzmasken verlassen am 12.06.2018 ein Hochhaus im Kölner Stadtteil Chorweiler, wo in der Wohnung eines Tunesiers hochgiftige Substanzen gefunden wurden

"Konkrete Vorbereitungen für eine Biobombe"

  • Weitere Details zum festgenommenen Tunesier
  • Offenbar biologischer Sprengsatz geplant
  • Ermittler prüfen Mitgliedschaft in Terrororganisation

Das in einem Kölner Hochhaus sichergestellte hochgiftige Rizin war laut Bundeskriminalamt für einen Anschlag neuer Dimension mit einem biologischen Sprengsatz geplant. "Hier gab es schon ganz konkrete Vorbereitungen zu einer solchen Tat, mit einer, wenn Sie so wollen, Biobombe," sagte BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch (20.06.2018) dem RBB-Inforadio.

Mitglied in terroristischer Vereinigung?

Der verdächtigte 29-jährige Tunesier stand nach neuen Erkenntnissen der Ermittler zudem in Kontakt zu Personen aus dem radikal-islamistischen Spektrum. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, wird derzeit untersucht, ob diese Kontaktpersonen Mitglieder einer terroristischen Vereinigung waren.

Die Behörde verdächtigt den Mann, biologische Waffen - das Biogift Rizin - hergestellt zu haben. Außerdem sieht sie einen Anfangsverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Inzwischen sind in der Wohnung 3.150 Rizinussamen und 84,3 Milligramm Rizin sichergestellt worden. Zuvor war von mehr als 1.000 Samen die Rede gewesen. Zudem wurden weitere Materialien gefunden, die für den Bau eines Sprengsatz verwendet werden können.

Vorbereitungen weitgehend abgeschlossen

Dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, zufolge hatte der Mann "sehr wahrscheinlich" einen Terroranschlag geplant. Sief Allah H. soll seine Vorbereitungen für einen Terroranschlag mit dem hochgiftigem Rizin bereits weitgehend abgeschlossen haben, als die Polizei zuschlug.

Stand: 20.06.2018, 17:53