Kölner Geiselnahme: Terrorverdacht nicht erhärtet

Geiselnahme in köln

Kölner Geiselnahme: Terrorverdacht nicht erhärtet

  • Neue Erkenntnisse zur Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof
  • Generalbundesanwalt: Keine Anhaltspunkte für Terrorverdacht
  • Tatverdächtiger mittlerweile gesundheitlich stabilisiert

Nach der Geiselnahme in Köln deutete zunächst vieles auf einen islamistischen Hintergrund hin. Doch der Terror-Verdacht scheint sich nicht zu bestätigen. "Die Ermittlungen haben die für ein radikal-islamistisches Motiv des Beschuldigten sprechenden Verdachtsmomente nicht erhärtet", teilte der Generalbundesanwalt am Freitag (14.12.2018) in Karlsruhe mit.

Ermittler: Keine Beteiligung des IS

Insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung des beschuldigten Syrers an der Terrormiliz "Islamischer Staat" ergeben. Die Staatsanwaltschaft Köln übernimmt nun den Fall, da die Bundesermittler nur Staatsschutzdelikte von besonderer Bedeutung verfolgen.

Der mutmaßlich psychisch kranke Flüchtling aus Syrien soll am 15. Oktober bei dem Brandanschlag auf ein Schnellrestaurant im Hauptbahnhof eine 14-Jährige schwer verletzt haben.

Benefizkonzert im Kölner Hauptbahnhof

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 22.11.2018 02:41 Min. Verfügbar bis 22.11.2019 WDR 5 Von Udo Bühlmann

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Danach verschanzte er sich nach Ermittlerangaben in einer Apotheke und nahm eine Frau als Geisel. Bei sich hatte der mutmaßliche Täter unter anderem einen Koffer, in dem sich Brandbeschleuniger befanden. Die Polizei schoss ihn nieder und verletzte den Mann schwer.

Tatverdächtiger ansprechbar

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, soll der Mann im Krankenhaus aus dem Koma erwacht und ansprechbar sein. Ein Ermittlungsrichter soll ihm am Krankenbett in der Klinik den Haftbefehl verkündet haben. Eine Sprecherin des Generalbundesanwaltes bestätigte am Abend, dass der Gesundheitszustand des Mannes sich verbessert habe. Dass er vernehmungsfähig sei, wollte sie aber nicht bestätigen.

Stand: 14.12.2018, 20:08

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