Drogenbus kommt an den Kölner Neumarkt

Erhitztes Heroin wird von einem Fixer in eine Spritze gefüllt

Drogenbus kommt an den Kölner Neumarkt

Noch in diesem Jahr sollen Drogenabhängige ihren Stoff unter ärztlicher Kontrolle am Kölner Neumarkt einnehmen können. Die Stadt wird den Drogenbus selber betreiben.

Normalerweise werden mit solchen Projekten die Sozialverbände wie beispielsweise die Caritas oder die Diakonie beauftragt. Sie sind auf die Hilfe für Drogenabhängige spezialisiert. Eine entsprechende Ausschreibung der Stadt Köln ist jetzt aber überraschend gestoppt worden.

Aus dem Kölner Rathaus heißt es, man sei sich mit den Sozialverbänden über Details nicht einig geworden. Die Stadtverwaltung will das Angebot nun mit eigenem Personal umsetzen. Die politischen Gremien des Stadtrates sollen kurzfristig darüber informiert werden.

Anwohner und Geschäftsleute besorgt

In dem Bus sollen Schwerstabhängige kontrolliert Drogen wie Heroin nehmen können. Das gilt als sicherer, als der Konsum auf der Straße mit eventuell verschmutzten Nadeln. Passanten, die sich bisher am Kölner Neumarkt mit dem Drogenkonsum öffentlich konfrontiert sahen, sollen sich dann sicherer fühlen. Auch Anwohner und Geschäftsleute hatten sich immer wieder über den Drogenkonsum in der Öffentlichkeit beschwert.

Geeignete Räume schwer zu finden

Der Bus wird aber nur ein Provisorium sein. Mittelfristig will die Stadt einen festen Raum für den Drogenkonsum einrichten. Seit mehr als drei Jahren findet sie aber keine geeigneten Räume am Neumarkt. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Rat drückt jetzt auf's Tempo - die Stadt wird den Drogenbus jetzt selber betreiben.

Stand: 15.10.2019, 17:03