Ditib: Angst in vielen Moscheegemeinden

Am 09.07.19 ist um 9.45 Uhr eine Drohmail gegen die Moschee eingegangen, in der ein „schädigendes Ereignis bis 11.15 Uhr“ angedroht wurde. Die Polizei hat daraufhin die Moschee evakuiert, rund 50 Personen wurden in Sicherheit gebracht

Ditib: Angst in vielen Moscheegemeinden

  • Nach Bombendrohung: Ditib besorgt um Sicherheit
  • Laut Ditib nehmen Angriffe gegen Moscheen zu
  • Imam-Ausbildung ab Herbst in Deutschland

Nach der Bombendrohung gegen die Kölner Moschee der türkisch-islamischen Moscheevereinigung Ditib am Dienstag (09.07.2019) ist die bundesweit größte Islam-Dachorganisation besorgt. Man habe Angst um Leben und Sicherheit von Mitarbeitern, Gemeindemitgliedern und Besuchern, sagte der Bundesvorsitzende , Kazim Türkmen, am Mittwoch (10.07.2019) in Köln. Angriffe auf Moscheen häuften sich. Die Gemeinde erwarte Solidarität und Beistand. 

Nach der am Dienstagmorgen eingegangenen Bombendrohung hatte die Polizei die Kölner Zentralmoschee geräumt, gab dann aber Entwarnung.

Ditib will Imame in Dahlem ausbilden

Muslime beim Gebet

Künftig will die Ditib ihre Imame in einem eigenen Zentrum in Dahlem in der Eifel ausilden, sagte Türkmen. Im Herbst starte eine zweijährigen Ausbildung für Imame. Die rund 1.000 Imame der Organisation sollen nach und nach durch Prediger ersetzt werden, die in Deutschland aufgewachsen sind und hier ausgebildet wurden. Bisher werden Vorbeter und Seelsorger für die mehr als 800 Gemeinden von der staatlichen Religionsbehörde in der Türkei ausgebildet und nach Deutschland geschickt.

Reaktion auf Nähe zur türkischen Regierung

Mit dem geplanten Zentrum in Dahlem begegnet die Ditib der Kritik, die islamische Moscheevereinigung sei zu stark von der Türkei abhängig. Kritiker werfen der Ditib fehlende politische Unabhänigkeit von der türkischen Regierung vor. Die Kölner Moschee hatte der türkische Staatspräsident Erdogan im vergangenen September offiziell eröffnet.

Stand: 10.07.2019, 15:04