Tausende bei Anti-Rassismus-Demonstration in Köln

Aus Wut wird Laut: #BlackLivesMatter-Demo in Köln Aktuelle Stunde 06.06.2020 UT Verfügbar bis 06.06.2021 WDR Von Astrid Houben

Tausende bei Anti-Rassismus-Demonstration in Köln

Von Estella Mazur

  • Mehr als 10.000 Menschen demonstrieren gegen Rassismus
  • Lage blieb friedlich
  • Veranstalter sind zufrieden

In Köln wurde am Samstag (06.06.2020) gegen Rassismus in Deutschland und gegen die Unterdrückung schwarzer Menschen weltweit protestiert. Viele Demonstranten hielten Schilder in die Höhe mit Sätzen, wie „black lives matter“. Einige Teilnehmer haben Tränen in den Augen, während eine Rednerin die letzten Worte des Afroamerikaners George Floyd laut vorliest. Die Stimmung wird emotional.

Der gewaltsame Tod von Floyd während eines Polizeieinsatzes in den USA vor knapp zwei Wochen war Anlass für mehrere Demonstrationen in NRW - unter anderem auch in Düsseldorf, Bonn, Aachen, Bielefeld und Leverkusen.

Acht Minuten und 46 Sekunden Schweigen

Die Kundgebung in Köln hatte mit knapp einer Stunde Verspätung begonnen. Die Veranstalter hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet: Ursprünglich hatten sie 500 Personen angemeldet - es kamen aber schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen nach Köln. Deshalb wurde der Veranstaltungsort von der Domplatte zur Deutzer Werft verlegt. Kurzfristig mussten weitere Ordner gesucht werden.

Nach einer Stunde riefen die Veranstalter zum Schweigen auf: Acht Minuten und 46 Sekunden – genau die Zeitspanne, in der der Afroamerikaner George Floyd um sein Leben kämpfte. Tausende Teilnehmer knieten dabei. Hunderte hielten eine geballte Faust als Zeichen gegen Diskriminierung in die Luft.

Black Lives Matter Demos in NRW

In mehreren NRW-Städten haben Menschen gegen Rassismus protestiert. Hintergrund ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA.

Mehrere Demonstranten auf der Black Live Matter Demo, die ihre Faust heben und Schilder hochhalten. Auf einem Schild steht: "No justice, no peace".

Demo-Teilnehmer in Köln halten Schilder hoch, auf denen unter anderem steht: "Stop Police Brutality" (Stoppt Polizeigewalt). Die Veranstalter der Kundgebung hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet: Ursprünglich hatten sie 500 Personen angemeldet - es kamen aber schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen.

Demo-Teilnehmer in Köln halten Schilder hoch, auf denen unter anderem steht: "Stop Police Brutality" (Stoppt Polizeigewalt). Die Veranstalter der Kundgebung hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet: Ursprünglich hatten sie 500 Personen angemeldet - es kamen aber schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen.

Da so viele Menschen ihre Stimme gegen Rassismus erheben wollten, musste der Veranstaltungsort der Demo von der Domplatte zur Deutzer Werft verlegt werden.

Zwei Frauen vor der Kölner Severinsbrücke. Auf ihrem Schild steht "Black Lives Matter" - schwarze Leben zählen. Unter diesem Schlagwort ist eine internationale Bewegung entstanden, die in den USA ihren Anfang nahm.

Während der Kundgebung wurde acht Minuten und 46 Sekunden lang geschwiegen. Die Zeitspanne, in der der Afroamerikaner George Floyd um sein Leben kämpfte. Er kam bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis um.

Die Teilnehmer in Köln trugen Mund-und-Nasen-Masken. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und zeigte sich zufrieden: Die Demo blieb friedlich.

Nicht nur in Köln wurde protestiert - auch in anderen NRW-Städten waren Demonstranten unterwegs. Beispielsweise in Düsseldorf. Dort sollte bei einer "Silent Demo" schweigend gegen Rassismus protestiert werden. Ganz so still lief sie aber nicht ab: Immer wieder waren Rufe wie "Black Lives Matter" zu hören.

„Es gibt sehr viel Alltags-Rassismus. Das fängt schon mit Fragen an, wie Woher kommst du denn wirklich?“, sagte ein junger Teilnehmer dem WDR. Eine Frau meint: „Es muss sich hier strukturell etwas ändern und Denkmuster aufgebrochen werden.“

Corona-Schutzmaßnahmen wurden von der Mehrheit eingehalten. Alle Teilnehmer trugen Mund-und-Nasen-Masken. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und zeigte sich zufrieden: Die Kundgebung blieb friedlich.

Stand: 06.06.2020, 17:38