A3 bei Köln-Dellbrück: Sanierung der Lärmschutzwand dauert länger

Absperrfahrzeuge stehen nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 3 an der Anschlussstelle Köln-Dellbrück.

A3 bei Köln-Dellbrück: Sanierung der Lärmschutzwand dauert länger

Von Oliver Köhler

Die Sanierung der Lärmschutzwand an der A3 bei Köln-Dellbrück dauert länger als geplant. Autofahrer müssen sich für mehrere Monate auf lange Staus einstellen.

Die Autobahngesellschaft des Bundes will die 200 Betonplatten an der Lärmschutzwand mit zusätzlichen Haken aus Edelstahl befestigen. Das Problem: Jeder einzelne Haken muss speziell angefertigt werden.

Inzwischen haben Fachleute die Haken entworfen, Statiker haben die Entwürfe geprüft und als sicher eingestuft. Nun sucht die Autobahngesellschaft ein Spezialunternehmen, das die 400 Haken aus Edelmetall anfertigt und installiert.

Erst, wenn eine Firma gefunden ist, lässt sich laut Autobahngesellschaft vorhersagen, bis wann die Arbeiten dauern werden. So lange bleiben auf der A3 mindestens zwei Fahrspuren gesperrt.

Sanierung der Lärmschutzwand auf der A3 in Köln: Zeitplan lässt sich nicht halten

Ursprünglich sollte die Sanierung der Lärmschutzwand im Juni abgeschlossen sein. "Dieser Zeitplan lässt sich nicht halten", sagt Sabrina Kieback, Sprecherin der Autobahngesellschaft.

Wegen der vollen Auftragsbücher der meisten Bauunternehmen ist unklar, ob sich eine Firma findet, die sofort mit der Produktion der speziellen Haken beginnen und diese dann auch zeitnah an der Autobahn 3 einbauen kann.

Die zusätzliche Sicherung der tonnenschweren Lärmschutzplatten ist nach Ansicht der Autobahn GmbH notwendig, weil die vorhandenen Befestigungen nicht gleichmäßig montiert wurden.

Einige Schrauben sind schief angebracht. Die Lärmschutzplatten stehen deshalb nicht gleichmäßig nebeneinander. Durch vorbeifahrende LKW entsteht eine Sogwirkung, die dazu führen könnte, dass sich Betonplatten lösen.

Wer ist Schuld am Unfall auf der A3 in Köln-Dellbrück?

Im November vergangenen Jahres war eine Platte auf die Fahrbahn gestürzt. Eine Autofahrerin konnte nicht mehr ausweichen. Sie starb an der Unfallstelle.

Untersuchungen von Straßen NRW hatten ergeben, dass die abgestürzte Betonplatte und sechs weitere mit Metallbügeln befestigt waren, die vor dem Einbau offenbar nicht fachgemäß verändert worden waren. Bei der Montage hatten die Bügel offenbar nicht gepasst, deshalb wurden zusätzliche Winkel angeschweißt. Die Schweißstellen waren gebrochen.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft sind seit November drei Gutachter im Einsatz. Wann sie die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vorlegen werden, steht noch nicht fest.

Stand: 22.04.2021, 17:20

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