Wasserbüffel pflegen Natur im Kölner Norden

Wasserbüffel als Naturschützer in Köln-Dünnwald

Wasserbüffel pflegen Natur im Kölner Norden

Von Maja Peters

  • Wasserbüffel als Umweltschützer in Köln-Dünnwald
  • Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt um ehemalige Kiesgrube
  • Projekt der Stadt Köln soll vier Jahre laufen

Zwei Wasserbüffel helfen bei der Landschaftspflege im Naturschutzgebiet "Am Hornpottweg" zwischen Köln und Leverkusen: Sie fressen Sträucher und Triebe und sollen so dafür sorgen, dass das Sumpf-Gebiet nicht wieder zuwächst. Das sei wichtig, um rund um die ehemalige Kiesgrube eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, so die Stadt Köln.

Pudding und Fritz kommen aus der Wahner Heide

Seit Anfang April 2020 stehen "Pudding" und "Fritz" auf der 40 Hektar großen Fläche im Kölner Norden - ein Projekt der Stadt Köln und des NABU. Sie stammen von einer Herde aus der Wahner Heide und sind gut ein Jahr alt.

"Am Hornpottweg" leben sie nun gemeinsam mit einer kleinen Herde Galloway-Rindern. "Das Besondere: Wenn es warm wird, gehen sie baden und beweiden dadurch auch die Feuchtgebiete. So verhindern sie, dass sich dort Sträucher und Bäume ausbreiten" sagt Sönke Geske, Geschäftsführer der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln. Neben Vögeln profitierten zum Beispiel auch Insekten von dieser offenen Landschaft.

Pflege der Landschaft mit Maschinen sehr aufwendig

In den vergangenen Jahren haben Naturschützer das Biotop von Hand und später mit Maschinen von Büschen, Gehölz und Gräsern befreit. Das sei aber sehr arbeitsintensiv gewesen, so Sönke Geske. Durch die zunehmende "Verbuschung" sei der Lebensraum viele Arten in dieser einzigartigen Landschaft bedroht gewesen, so die Stadt. Hier leben zum Beispiel Arten wie Ringelnatter, Laubfrosch und Zauneindechse.

Wasserbüffel für den Naturschutz

Laut Konrad Peschen, Leiter des Kölner Umweltamtes, werden Wasserbüffel in der Landschaftspflege immer beliebter. In der Wahner Heide weiden sie bereits seit rund 20 Jahren. "Und wenn das Projekt hier gut läuft, kann ich mir vorstellen, dass der Umweltschützer Wasserbüffel bei uns in Zukunft häufiger vorkommt."

Seit einigen Monaten kümmert sich Landschaftspfleger Marcus Dernerth um "Pudding" und "Fritz". Dass er neben Galloway-Rindern auch einmal Wasserbüffel pflegen würde, hätte sich der Landwirt nicht träumen lassen. „ Ich bin überrascht, wie schnell ich die Tiere zahm bekommen habe. Sie kommen direkt, wenn sie mich sehen.“ Dabei sei "Pudding" eindeutig der Chef, an dem sich der etwas scheuere "Fritz" orientiert.

Die Stadt finanziert das Naturschutz-Projekt mit rund 150.000 Euro. Es ist vorest auf vier Jahre angelegt.

Stand: 06.07.2020, 15:31

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