Bergheim bewirbt sich um Wärmespeicherkraftwerk

Kraftwerk Niederaußem

Bergheim bewirbt sich um Wärmespeicherkraftwerk

Von Stephan Pesch

  • Energieerzeugung ohne C02
  • Altes Kohlekraftwerk könnte genutzt werden
  • Stromerzeugung per Dampf

Die Stadt Bergheim sieht gute Chancen, Standort eines der modernsten Kraftwerke Deutschlands zu werden. Denn RWE hat angekündigt, im Rheinischen Revier ein so genanntes Wärmespeicherkraftwerk zu bauen.

Infrastruktur schon vorhanden

Für die Anlage soll ein bestehendes Kohlekraftwerk genutzt werden, weil hier schon Netzanschluss, Leitungen und Turbinen zur Verfügung stehen. Die Stadt Bergheim wirft nun ihren Hut in den Ring. Direkt am Braunkohlekraftwerk Niederaußem stünde eine geeignete Fläche zur Verfügung, sagt Bergheims Bürgermeister Volker Mießeler. Auf dem rund 23 Hektar großen Gelände sollte eigentlich ein neues Braunkohlekraftwerk entstehen. Doch seit einer erfolgreichen Anwohnerklage gegen das Genehmigungsverfahren liegen die Pläne auf Eis.

Flüssiges Salz als Stromspeicher

Bergheim: RWE plant Wärmespeicherkraftwerk

Die neue Anlage soll überschüssigen Strom aus regenerativen Energien, zum Beispiel aus dem Windpark Bedburg, speichern. Bei einem Engpass kann diese Energie in das Stromnetz eingespeist werden, sagt RWE. Und so funktioniert ein Wärmespeicherkraftwerk: In einem elektrischen Erhitzer wird mit überschüssigem Strom flüssiges Salz auf bis zu 600 Grad aufgeheizt und dann in einem Tank gespeichert. Bei erhöhtem Strombedarf wird diese Salzschmelze zur Dampferzeugung über einen Wärmetauscher geleitet. Das Salz kühlt dabei auf 250 bis 300 Grad ab und wird in einem weiteren Tank zwischengespeichert. Der dabei entstehende Dampf wird zur Stromerzeugung in die Turbine des Kraftwerkblocks eingespeist.

Baubeginn im neuen Jahrzehnt

Neben Bergheim bewirbt sich auch die Nachbarstadt Grevenbroich um das Pilotprojekt. Dort stehen das Braunkohlekraftwerk Neurath und das abgeschaltete Kraftwerk Frimmersdorf. Dennoch sieht sich Bergheim in der Favoritenrolle, denn dort befindet sich das Forschungszentrum von RWE. Dort wird untersucht, wie Strom aus erneuerbaren Quellen gespeichert werden kann. Einen Zeitplan gibt es schon: Etwa Anfang der 2020er Jahre könnte mit dem Bau der Anlage begonnen werden, so ein RWE Sprecher.

Stand: 25.03.2019, 12:24