Das "Knöllchen" ist in Aachen ab jetzt digital

Ein Straßenschild mit der Bedeutung "Absolutes Halteverbot"

Das "Knöllchen" ist in Aachen ab jetzt digital

Die gelben Knöllchen, die manchem Autofahrer in Aachen in der Vergangenheit die Zornesröte ins Gesicht trieben, werden ab sofort durch einen QR-Code ersetzt.

Ab heute hängen nicht mehr gelbe, sondern weiße Zettel hinter dem Scheibenwischer der Falschparker. Der darauf gedruckte QR-Code kann von Autofahrern per Handy gescannt werden. Höhe des Knöllchens und Art des Verstoß sind digital hinter dem kleinen schwarz-weißen Punktequadrat hinterlegt. Das Gute: Wer will, kann seine Knolle auch gleich bezahlen. Smartphone und Online-Banking machen es möglich.

Stadt will Kosten senken

Doch keine Angst. Auch wer sein Handy vergessen hat, oder immer noch in der nicht-digitalen Welt lebt, hat keine Nachteile zu befürchten. Der QR-Code ist fünf Tage lang gültig. Wird das Knöllchen in dieser Zeit weder gescannt noch die Strafe bezahlt, erhält der Fahrzeughalter wie bisher sein Knöllchen in Papierform zu sich nach Hause geschickt. Mit dem Verfahren hofft die Stadt, ihre Porto- und Verwaltungskosten deutlich zu senken. Um wieviel, kann noch keiner sagen.

Anwalt sieht Datenschutz verletzt

Der Alsdorfer Anwalt Jens Ferner bezweifelt dabei den Datenschutz. Es könnte ein missgünstiger Nachbar, die Daten abgreifen und zum Beispiel in den Sozialen Medien verteilen, sagt Ferner dem WDR. Der Alsdorfer Anwalt hat jetzt die Landesdatenschutzbeauftragte gebeten, diese neuen Online-Knöllchen datenrechtlich zu überprüfen. Außerdem könnte es so zu neuen Betrugsfällen mit gefälschten Knöllchen kommen.

Bis zu 265.000 Knöllchen pro Jahr

Das Knöllchen-Geschäft bleibt wohl auch weiterhin für Aachen ein lukratives Geschäft. In den vergangenen Jahren stellten Politessen rund um Dom und Rathaus, aber nicht nur dort, zwischen 250.000 und 265.000 Knöllchen pro Jahr aus.

Aachen ist nicht die erste Kommune in NRW, die auf digitalisierte Knöllchen setzt. Witten und Hagen haben es bereits vorgemacht.

Stand: 11.10.2021, 13:54

Weitere Themen