Knochenfund auf altem Friedhof im Braunkohlerevier

Eine Frauenhand hält ein gefundenes Stück Schädelknochen

Knochenfund auf altem Friedhof im Braunkohlerevier

  • Friedhof in Alt-Immerath wegen Tagebau umgesiedelt
  • Polizei ermittelt nicht, da Knochen schon älter sind
  • RWE und Erkelenzer Bürgermeister bezweifeln Fundort

Ein Stück Knochen, das auf dem ehemaligen Friedhof in Alt-Immerath gefunden wurde, sorgt für Aufregung. Ein junges Paar hatte den Schädelknochen nach eigenen Angaben am vergangenen Sonntag gefunden. Das Paar alarmierte die Polizei des Kreises Heinsberg.

Es handele sich höchstwahrscheinlich um einen menschlichen Schädelknochen, sagte ein Polizeisprecher dem WDR am Donnerstag (08.08.2019). Da der Knochen aber schon älter sei, wären polizeiliche Ermittlungen nicht erforderlich. 

Stammt Knochenfund aus einem der umgesiedelten Gräber?

Ein rotes Polizeiband sperrt den Friedhof in Alt-Immerath ab

Ein Polizeiband sperrt den Friedhof in Alt-Immerath ab

Alt-Immerath gehört zu den Umsiedlungsdörfern im Braunkohlerevier Garzweiler. Eine mögliche Erklärung ist, dass das Knochenstück aus einem der Gräber stammt, die derzeit durch  RWE umgebettet werden. Ein Sprecher von RWE betont allerdings, man sei bei der Umbettung durch zwei Fachfirmen sehr umsichtig vorgegangen. Man halte es deswegen für unwahrscheinlich, dass der Knochen aus einem der umgebetteten Gräber stammt und schlicht übersehen wurde. 

Aus Sicht von RWE legen es die Fakten nahe, "... dass es den angeblichen Zufallsfund eines Schädels inmitten eines Weges nicht wie von den Aktivisten dargestellt gegeben hat". Schriftlich teilte uns RWE weiter mit: „Diese haltlosen Vorwürfe aus der Aktivistenszene des Hambacher Forsts führen bereits dazu, dass Angehörige, die in der Vergangenheit von Umbettungen betroffen waren, erheblich verunsichert sind und sich in ihren Gefühlen verletzt fühlen.“

Umbettungen im Winter

Auch der Erkelenzer Bürgermeister glaubt nicht, dass der Knochen aus den umgebetteten Gräbern stammt. Die Umsetzungen fänden immer im Winter statt. Danach besichtigen städtische Mitarbeiter den Friedhof. Ein Knochenstück dieser Größe wäre dabei wohl kaum übersehen worden. 

Eine Hand hält ein Stück von einem gefundenen Schädelknochen

Es handelt sich lauf Polizei höchstwahrscheinlich um einen menschlichen Knochen.

Möglicherweise ist der Knochen aber auch viel älter. Laut Landschaftsverband Rheinland ist die Erde rund um den ehemaligen Immerather Dom regelrecht durchsetzt von Knochen aus 800 Jahren Bestattungstätigkeit. Diese würden zwar regelmäßig eingesammelt,  immer mal wieder wasche der Regen aber solche Knochen frei. Nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass jemand den Knochen absichtlich auf dem nahegelegenen Friedhof platziert hat. Pathologen untersuchen den Schädelknochen jetzt auf Alter und Herkunft. 

Stand: 08.08.2019, 16:39