Klimawandel - Nationalpark Eifel zu trocken

Die Sonne scheint im Nationalpark Eifelauf auf einen moosbedeckten, umgestürzten Baum.

Klimawandel - Nationalpark Eifel zu trocken

Von Sabine Rieck

  • Schädlinge haben sich stark vermehrt
  • Neue Insekten aus warmen Gebieten
  • Nationalpark mit 900.000 Besuchern weiter beliebt

Auch der Nationalpark Eifel spürt den Klimawandel. Laut Jahrespressekonferenz am Dienstag (16.7.2019) sind zwar einerseits neue Tierarten zu finden, auf der anderen Seite leidet der Nationalpark stark unter dem Borkenkäfer. Viele Fichten sind bereits abgestorben.

Trockenheit und Borkenkäfer setzen Waldbauern unter Druck

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 02.07.2019 12:38 Min. Verfügbar bis 01.07.2020 WDR 5

Download

Tote Fichten bleiben stehen

Die 28 bis 30 Meter hohen, teils abgestorbenen Fichten sind natürlich eine Gefahr für Menschen in der Nähe von Wanderwegen. Die Nationalparkmitarbeiter wollen deshalb künftig vermehrt auf Aufklärung setzen.

An 30 Wegeabschnitten werden Hinweistafeln aufgestellt, die darauf aufmerksam machen, dass tote Fichten bei Extrem-Wetterlagen auch umstürzen können. Baumfällungen wird es nur im Bereich von Parkplatzzonen geben. Der Rest soll „wild“ stehen bleiben.

Bläulich-Schmetterling und Feldgrille

Ausbleibende Niederschläge und warme Temperaturen haben dafür gesorgt, dass sich nicht nur Schädlinge wie der Borkenkäfer im Nationalpark im vergangenen Jahr stark ausgebreitet haben.

Mittlerweile werden Tiere gesehen, die sonst eher warme Gebiete bevorzugen. So ist der kurzschwänzige Bläuling-Schmetterling oder die Feldgrille hier ansässig geworden. Dies sehe man ganz klar als Ausdruck des Klimawandels, erklärten Forscher am Dienstag (16.7.2019) bei ihrem Jahresrückblick.

Wolf Thema im Nationalpark

Der Wolf beschäftigt auch die Nationalparkmitarbeiter. Das Wolfsgebiet "Eifel-Hohes Venn", das seit Anfang Juli rund um Monschau offiziell ausgewiesen worden ist, umfasst 55.000 Hektar. Das ist ungefähr die fünffache Fläche des Nationalparks Eifel.

Bislang sind aber noch keine Wölfe gesehen worden. Auch Hinweise fehlen bislang. Der Nationalpark-Leiter Dr. Michael Röös meint aber, es sei eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. "Ich würde mich sogar sehr darüber freuen."

Nationalpark beliebt

Nach wie vor ist der Nationalpark als Wanderort beliebt. Über 900.000 Besucher kamen vergangenes Jahr zum Wandern. Das sind 70.000 Besucher mehr als in 2017.

Die Besucherzahl wird mit Wärmesensoren gemessen, die an bestimmten Bäumen befestigt sind. Sie nehmen auf, wenn ein Mensch den Baum passiert. Besonders beliebt ist der sogenannte "Wildnis-Trail", der über eine 85 Kilometer lange Strecke quer durch den Nationalpark führt.

Dürre Felder, brennende Wälder: ist das noch Wetter oder schon unsere Zukunft? Hart aber fair 15.07.2019 01:14:00 Std. UT DGS Verfügbar bis 15.07.2020 Das Erste

Stand: 16.07.2019, 14:09

Weitere Themen