Duisburg: Spatenstich für "enerPort II"

Duisburg: Spatenstich für "enerPort II"

Stand: 03.03.2022, 19:19 Uhr

Für den Bau des klimaneutralen Umschlag-Terminals "enerPort II" ist am Donnerstag der offizielle Startschuss gefallen. Beim neuen Warenumschlagplatz setzt die Hafengesellschaft duisport komplett auf Energie aus Wasserstoff.

Von Doro Blome-Müller

Vor dem offiziellen Spatenstich erklärte der extra angereiste nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der Duisburger Hafen sei „für unser Land ein wichtiges Tor zur Welt.“ Er stehe für Offenheit, freien Handel und für Innovationen.

Umstellung auf klimaneutral

Das neue Terminal soll in Zukunft 235.000 Quadratmeter groß sein und ein Umschlagplatz für 850.000 Container im Jahr werden. Es wird nach und nach errichtet, so dass schon Mitte des kommenden Jahres Waren von Schiffen, LKW und Zügen auf andere Transportmittel umgeladen werden können. Die gesamte dafür benötigte Energie soll durch Wasserstoff erzeugt werden, in Brennstoffzellen und speziellen Block-Heizkraftwerken. Die dabei entstehende Abwärme heizt Wohnungen in der näheren Umgebung. Der Wasserstoff wird zunächst mit Schiffen angeliefert, längerfristig soll das Terminal an das Pipelinesystem von Air Liquide im benachbarten Oberhausen angeschlossen werden. Der Duisburger Hafen will mit dem von Land und Bund geförderten Projekt den ersten Schritt auf dem Weg zu einer besseren Klimabilanz gehen.

16.09.1716: Duisburg beschließt den Bau eines Hafens

WDR 5 Profit - aktuell 16.09.2021 04:05 Min. Verfügbar bis 16.09.2022 WDR 5


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Neue Seidenstraße mit Schlaglöchern

Mit dem Terminal will duisport aber auch seine Rolle als Drehscheibe für den Warenumschlag im Binnenland festigen – vor allem zwischen China und Europa. Allerdings hat der Krieg Russlands gegen die Ukraine bereits nach einer Woche erhebliche Auswirkungen auf die „Neue Seidenstraße“ genannte Güterzug-Strecke von China über Moskau nach Duisburg.  Die Züge fahren zwar nicht durch die Ukraine, aber durch Belarus und Russland, was sich nach Auskunft der Hafengesellschaft negativ aufs Geschäft auswirkt. Bestimmte Waren und Industriegüter dürfen wegen der Sanktionen gar nicht erst transportiert werden, einzelne Kunden stellten auf den Seeverkehr um oder die Importe ganz ein. Bis zu 60 Güterzüge fuhren zuletzt wöchentlich zwischen Duisburg und China. Wie weit das Geschäft durch den Krieg einbricht, wird sich erst in einigen Tagen oder Wochen zeigen, denn die Züge sind rund zwei Wochen unterwegs.

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