Protestcamp gegen Braunkohle beginnt

Zelte auf einem Acker in Erkelenz

Protestcamp gegen Braunkohle beginnt

  • Zelte vor Tagebau Garzweiler II aufgeschlagen
  • 500 Umweltaktivisten erwartet
  • Gespräche statt Besetzungen geplant

Noch ist es ruhig im Klimacamp. Aber der Arbeitstrupp ist schon da, um die Infrastruktur für die nächsten elf Tage aufzubauen. Auf einer Wiese werden die ersten weißen Großraumzelte aufgestellt. Auf einem steht in riesigen Buchstaben "Klima retten - Kohlekraft verbannen".

Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Tagebaue besetzt und Kohlekraftwerke blockiert wurden, wollen die Umweltaktivisten in diesem Jahr gemeinsam nach Lösungen suchen.

Gespräche mit den Gewerkschaften

Auch das Gespräch mit der Industriegewerkschaft IGBCE wird gesucht. Mit-Organisator Martin Woitsch erzählt, dass es den Aktivisten sehr wichtig sei, mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen. "Wir haben verschiedene Positionen, aber wir wollen hier auch niemanden was schlechtes. Wir wollen, dass die Arbeitsplätze hier für die Menschen da sind, wir wollen hier niemanden aus der Region vertreiben. Und wir wollen zusammen eine gute Lösung finden, mit der alle zufrieden sind, die aber ohne Braunkohle auskommt", betont der 25-Jährige aus Bonn.

Warum dauert der Braunkohleausstieg so lange?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft | 09.08.2018 | 06:24 Min.

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Diskussion für einen Strukturwandel

Mehr als 10.000 Menschen leben im Rheinischen Revier mit seinen drei großen Tagebauen und zahlreichen Kraftwerken von der Braunkohle. Rechnet man die Zulieferbetriebe hinzu, dann sind von der Kohlebranche zwischen Köln und Aachen rund 30.000 Jobs abhängig.

Bürger unterstützen das Klimacamp

Anfangs war die Distanz zwischen den Menschen in der Region und den Umweltaktivisten noch groß. Die Aktivisten waren ihnen zu radikal.

Doch heute unterstützen Tagebau-Umsiedler wie Andreas Cichy das Camp. Er und weitere Betroffene helfen bei der Wasserversorgung des Camps oder stellen Internetzugänge bereit.

RWE hat Sicherheit erhöht  

Obwohl vieles auf ein friedliches Klimacamp hindeutet, hat RWE seine Sicherheitsvorkehrungen rund um die Tagebaue und Kohlekraftwerke erhöht. Der Aachener Polizei, die für den Einsatz verantwortlich ist, liegen keine Erkenntnisse vor, dass Straftaten geplant sind.

Die Aachener Polizei geht von bis zu 1.000 Teilnehmern aus. Man sei gut aufgestellt, sagt Polizeisprecher Andreas Müller. Sollte das Camp nicht friedlich verlaufen, werde die Polizei adäquat und konsequent reagieren.

Bunte und friedliche Proteste geplant

Photovoltaikanlagen im Klimacamp

Eigener Strom im Klimacamp

Geht es nach den Teilnehmern des Klimacamps, dann wird es friedliche und bunte Proteste geben. Sie wollen den Ausstieg aus der Braunkohle. Wie das gehen könnte, zeigen sie selbst: Der Strom für das Camp wird mit Hilfe zahlreicher mobiler Photovoltaikanlagen erzeugt.

Stand: 11.08.2018, 15:41