Erstes Aachener Klimacamp: Bereit für den Streiktag

Erstes Aachener Klimacamp: Bereit für den Streiktag

Von Britta Kuck

In Aachen findet seit Dienstag zum ersten Mal ein Klimacamp statt. Die Organisatoren der Umweltschützer rechnen mit bis zu 500 Teilnehmern.

Auf der Hollandwiese, einem Park am Pariser Ring, haben die Veranstalter ihre Zelte aufgeschlagen. Organisiert wird das Camp von einer eigenständigen Gruppe von etwa 30 Personen, darunter auch Anhänger der Bewegung Fridays for Future und des Bündnisses Ende Gelände.

Am ersten Tag nahmen nach Angaben der Organisatoren etwa 100 Personen an den Events auf dem Gelände des Klimacamps teil.

Klimacamp Aachen

Die Umweltschützer fordern einen schnellen Ausstieg aus der Kohle-Energie. Die Bundesregierung hat das Jahr 2038 für das Ende der Kohleverstromung gesetzlich festgelegt. Das ist den Aktivisten eindeutig zu spät.

Ziel des Klimacamps sei der Austauch und die Vernetzung von Menschen, sagte der Sprecher des Aachener Klimacamps, Sammy de Vries, dem WDR. Außerden sei die Bildung ein wichtiger Teil des Camps, so de Vries. Deshalb finden auf dem Gelände täglich verschiedene Workshops, Vorträge und auch Podiumsdiskussionen statt.

Kletterworkshop erinnert an Hambacher Forst

Los ging das Programm am Dienstagmorgen mit einem Kletterworkshop. "Da steckt kein konkreter Hintergedanke hinter", sagte de Vries. Dass hier Leute für Baumbesetzungen im Hambacher Forst ausgebildet werden sollen, bestreitet Sammy de Vries. Klettern mache einfach Spaß. Dennoch sei der "Hambi", wie viele Umweltaktivisten den Hambacher Forst nennen, weiterhin ein Thema.

Ein Highlight der Veranstaltungen war die Podiumsdiskussion mit Jakob Blasel am Dienstag. Jakob Blasel ist ein 19-Jähriger Klimaschützer aus Kiel, der im kommenden Jahr für die Grünen in den Bundesstag einziehen will. Blasel engagiert sich bei Greenpeace und Fridays for Future.

Friedliche Atmosphäre auf der Hollandwiese

Das Konzept für das Klimacamp in Aachen hatten die Veranstalter vorab mit der Polizei besprochen und von ihr genehmigen lassen. Bislang gebe es keine besonderen Vorkommnisse, sagte eine Sprecherin der Polizei Aachen dem WDR am 23.09.2020. Man wolle Streifen fahren, um Präsenz zu zeigen.

Klimacamp Aachen

Teilnehmer beim Kletter-Workshop auf der Hollandwiese

Bis Montag können bis zu 520 Menschen auf der Hollandwiese in markierten Bereichen zelten. Die Camping-Fläche ist etwa 5500 Quadratmeter groß. Draußen gilt keine Maskenpflicht, solange die Besucher einen Mindestabstand von mindestens 1,50 Meter zueinander einhalten. In den beiden Zirkuszelten und anderen großen Zelten für die Veranstaltungen muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. An allen Veranstaltungen kann man ohne Voranmeldung teilnehmen.

Gericht entscheidet über anonyme Corona-ID für Teilnehmer

Klimacamp Aachen

Eine Baggerschaufel als Symbol fürs Abbaggern von Wohnzimmern

Allerdings müssen sich alle Teilnehmer auf dem Gelände mit Namen und Adresse registrieren. Die Veranstalter wollten eigentlich eine anonyme Registrierung, lediglich mit einer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer der Teilnehmer. Anschließend sollte jeder Teilnehmer eine Corona-ID bekommen, mit der man sich zu allen Veranstaltungen anmelden sollte. Mit dieser Variante scheiterten die Organisatoren allerdings vor dem Aachener Landgericht, weshalb jetzt das Oberverwaltungsgericht in Münster entscheiden muss.

Globaler Klimastreik am Freitag

Die Veranstalter des Aachener Klimacamps beteiligen sich auch am globalen Klima-Aktionstag und Klimastreik am 25. September. Um 10 Uhr beginnt eine Demonstration vor dem Aachener Audimax. Das Klimacamp soll bis Montag, 28. September, dauern.

Stand: 23.09.2020, 15:34