Kleve: Streit um Gedenkplakette für Judenhasser

Kleve: Streit um Gedenkplakette für Judenhasser

  • Umstrittene Gedenktafel für Judenhasser entfernt
  • Bürgermeisterin erhält deshalb Dienstaufsichtsbeschwerde
  • Ratsentscheidung am 10.10.2018: Tafel darf abgehängt bleiben

Die umstrittene Gedenktafel für den preußischen Ministerialbeamten, Christian Beuth, darf abgehängt bleiben. Das hat der Klever Rat am Donnerstag (10.10.2018) entschieden. Eine Expertenkommission soll nun entscheiden, was mit der Gedenkplakette geschehen soll.

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeisterin

Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist, dass Kleves Bürgermeisterin, Sonja Northing, auf eigene Initative die Gedenktafel für den umstrittenen Antisemiten an dessen Geburtshaus in Kleve abgehängt hatte. Daraufhin bekam die parteilose Politikerin zunächst Ärger vom Landrat Kleve in Form einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

Der Vorwurf: Northing habe nur die Fraktionsvorsitzenden über ihr Vorhaben informiert und nicht den Rat.

Gedenktafel war eigentlich für bekannten Klever Reformer gedacht

Der preußische Ministerialbeamte Christian Beuth aus Kleve galt vor 200 Jahren als wichtiger Reformer seiner Zeit. Allerdings ist nun auch bekannt geworden, dass er beispielsweise Juden mit Schweinen verglichen hatte und ein leidenschaftlicher Judenhasser gewesen sein soll.

Deswegen war Sonja Northing sofort aktiv geworden - nachdem die Gedenktafel erst vor wenigen Wochen aufgehängt wurde. "Inhaltlich bereue ich gar nichts. Es war das richtige Zeichen gegen Antisemitismus. Wir sind eine multikulturelle und weltoffene Stadt", so Northing im WDR-Interview.

Stand: 11.10.2018, 12:11