"Kleines Theater" in Bonn bleibt erhalten

Kleines Theater Bad Godesberg zeigt "Toutou"

"Kleines Theater" in Bonn bleibt erhalten

  • Politische Gremien beenden Hängepartie
  • Neuer Leiter "von den Socken"
  • Erste Aufführungen bereits im August

Der Kulturausschuss und die Bezirksvertretung haben am Abend (27.02.2019) in nicht öffentlicher Sitzung den Weg für Vertragsverhandlungen frei gemacht. Der Bonner Schauspieler und Regisseur Frank Oppermann will das Haus für 30 Jahre pachten und zusätzlich nach den Vorgaben der Stadtverwaltung renovieren.

Mehrjährige Hängepartie beendet

Die mehrjährige Hängepartie um das renovierungsbedürftige Gebäude aus den Zwanziger Jahren im Bad Godesberger Kurpark ist damit zu Ende. Der 52-jährige Oppermann war der letzte verbliebene Interessent, der das Theater weiter führen wollte.

Eine andere Gruppe um den früheren Bonner Generalintendanten Klaus Weise hatte sich zuvor zerstritten. Vor zwei Wochen zog sich Weise endgültig aus dem Projekt zurück. Währenddessen kamen neue Ideen auf, wie die städtische Immobilie weiter genutzt werden könnte. Die FDP favorisierte zuletzt ein Heimatmuseum in den Räumen des Kleinen Theaters.

Erste Aufführung im August geplant

Frank Oppermann erfuhr von der Entscheidung des Kulturausschusses nach einem Auftritt in Köln: "Ich bin völlig von den Socken", sagte er dem WDR. Ab kommenden Dienstag werde er mit der städtischen Kulturverwaltung über den Pachtvertrag verhandeln. Er geht von einer schnellen Einigung aus, da die Eckpunkte bereits klar seien.

Oppermann soll eine jährliche Pacht von 16.400 Euro zahlen, die Renovierungskosten schätzt die Stadtverwaltung auf 630.000 Euro. Außerdem muss das "Kleine Theater" zukünftig ganz ohne städtische Zuschüsse auskommen.

Oppermann plant ab August ein Programm aus Komödie, Musical und Schauspiel-Klassikern. Er beerbt den Gründer des Kleinen Theaters, Walter Ullrich, der sich im Sommer nach 60 Jahren zur Ruhe setzt.

Stand: 28.02.2019, 08:53