Kita-Leerstand im Bergischen Land

Bänke und Regale im leeren Flur einer Kita

Kita-Leerstand im Bergischen Land

  • Städte bauen seit Jahren aus
  • Tausende Plätze nicht vorhanden oder nicht vergeben
  • Erzieher sind Mangelware

In Wuppertal sind im vergangenen Jahr drei Kitas mit Platz für rund 300 Kinder an den Start gegangen, weitere sind geplant. Doch sie können nicht voll genutzt werden, denn es fehlen Erzieher. Das bedeutet: Rund 1.000 Kinder haben keinen Platz.

Überall im Bergischen Land die gleiche Situation

Zwei Erwachsene malen mit einem Kleinkind ein Bild.

Familie Krohnen sucht einen Kitaplatz für Mira

In den beiden anderen Bergischen Großstädten sieht es ähnlich aus; 600 Plätze fehlen in Solingen, 500 in Remscheid. Aber auch auf dem Land ist der Bedarf gestiegen. In Wermelskirchen beispielsweise fehlen in diesem Jahr rund 200 Plätze. Da aber auch dort Kitas neu gebaut werden, rechnet die Stadt damit, dass sich die Situation in den nächsten Jahren entspannt. Ohne Erzieher könnte dort allerdings das gleiche Problem wie in Wuppertal drohen: Plätze vorhanden - Erzieher: Fehlanzeige.

Keine Perspektive, keine Dozenten

Das Hauptproblem hier ist der Fachkräftemangel. Junge Leute interessierten sich laut Verband Bildung und Erziehung kaum für den Beruf, weil er schlechte Aufstiegschancen biete und extrem anspruchsvoll sei. Auch liege Deutschland im europaweiten Vergleich bei der Ausbildung der Erzieher weit hinten.

Land in der Pflicht

Ein weiteres Problem: Man habe zwar Plätze ausgebaut, aber gleichzeitig nicht genügend Kapazität, um Erzieher auszubilden. Der VBE sieht da das Land in der Pflicht. Vor allem die praxisintegrierte Ausbildung (PIA), bei der die Auszubildenden von Anfang an in Kitas mitarbeiten und auch bezahlt werden, sei ein guter Schritt. Doch für diese Ausbildung werden Dozenten benötigt. Und auch von ihnen gibt laut es laut VBE überall in NRW zu wenige.

Stand: 20.08.2019, 16:41