Mit dem "Anhänger Jesu" durch die Eifel

Pfarrer steht auf der Ladefläche eines mobilen Betwagens

Mit dem "Anhänger Jesu" durch die Eifel

Von Richard Derichs

Vor Ort präsent zu sein ist für die katholische Kirche wegen des Priestermangels schon zu normalen Zeiten ein Problem. Corona macht es noch schwieriger, überall Messen zu feiern. In der Eifelgemeinde Steinfeld ist die Lösung jetzt eine Kirche auf Rädern.

Einfach ankuppeln, losfahren, und überall Messen feiern – so will Pfarrer Wieslaw Kaczor ab sofort den Menschen näher sein. Nicht einmal einen Stromanschluss braucht er – zur Not packt er Batterien oder einen kleinen Generator ein.

Keyboard ersetzt die Orgel

Eine transparente Decke hat seine mobile Kirche, stilvolle Wandbilder, eine Glocke auch. Ein Tisch dient als Altar, und ein Keyboard ersetzt die Orgel. Taufen, Kommunionsfeiern oder Pfarrfeste sind nicht erst seit Corona mühselig in der Vorbereitung für die 14 Orte, die Kaczors Gemeinschaftsgemeinde umfasst.

Früher eine rollene Modeboutique

Stühle, Licht, Tonkabel – die Ehrenamtler vor Ort mussten vor Ort eine Menge organisieren, damit die Gläubigen sich versammeln konnten, erzählt Pfarrer Kaczor. Da kam ihm die Idee mit der Kirche auf Rädern. Dass der Sechs-Meter-Anhänger einmal als rollende Modeboutique über die Wochenmärkte gezogen wurde – mit Kleiderstangen und einer Umkleidekabine – ist nicht mehr zu sehen.

Erster Einsatz am 10. Mai

Gemeindemitarbeiter packten an, knüpften Kontakte; in einem Bootshaus am Rursee wurde das Fahrzeug entrostet und neu lackiert, in Aachen sorgten ein Messebauer und eine Werbeagentur für Inneneinrichtung und Außendekor. Der Slogan „Ich bin ein Anhänger Jesu“ stammt allerdings nicht von PR-Profis, sondern von Pfarrer Kaczor selbst. Der Gottesmann hat nicht nur Ideen, sondern auch Humor. Am 10. Mai 2021 soll das "Betmobil" eingeweiht werden.

Stand: 07.05.2021, 17:51