Kinderpornografie: 200 Kinder sollen befragt werden

2 Polizisten vor dem Haus, in dem kinderpornografisches Material gefunden wurde

Kinderpornografie: 200 Kinder sollen befragt werden

  • Ermittlungen gegen 83-Jährigen
  • Wuppertaler arbeitete ehrenamtlich u.a. in Kitas
  • Mehr als 200 Kinder sollen befragt werden

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen einen 83 Jahre alten Wuppertaler sollen mehr als 200 Kinder vernommen werden. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag (02.07.2019) mit.

Der Mann, in dessen Haus massenhaft kinderpornografisches Material gefunden worden war, hatte laut Staatsanwaltschaft bis vor einigen Monaten als Vorlesepate in zwei städtischen Kitas gearbeitet. Außerdem habe er sich ehrenamtlich in der Hausaufgabenbetreuung engagiert.

Kinder in der Kita fotografiert

Bei der Durchsuchung des Hauses des 83-Jährigen waren unter anderem Porträts von Kitakindern mit deren Namen gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft sagte der Mann aus, er habe sich so, mit Einverständnis der Kitaleitung, die Namen der Kinder einprägen wollen.

Grabungen auf Grundstück eingestellt

Am Dienstag (02.07.2019) hat die Wuppertaler Polizei ihre Suche nach möglichen Mordopfern auf dem Grundstück des 83-Jährigen eingestellt. Laut Staatsanwaltschaft wurde nichts gefunden, was auf ein Verbrechen schließen lässt. Die Ermittlungen gegen den Mann gehen weiter.

Waffe und Kinderpornografie gefunden

Eine Woche zuvor (25.06.2019) waren im Haus des Mannes massenhaft kinderpornografische Bilder gefunden worden. Außerdem stellten die Beamten einen Revolver und Bauteile einer Panzerabwehrrakete sicher.

In einem Safe fand die Polizei gesammelte Zeitungsartikel über vermisste Kinder. Das führte bei Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Verdacht, der Mann könne mit dem Verschwinden der Kinder zu tun haben.

Suche nach möglichen Mordopfern

Ein Beamter und ein Spürhund vor einem Bagger

Leichenspürhunde untersuchen den Bodenaushub

Anschließend waren auf dem etwa 1.000 Quadratmeter großen Gartengrundstück tagelang Bagger und Spürhunde im Einsatz. Sie suchten im Erdreich nach möglichen Mordopfern. Am Sonntag (30.06.2019) fanden die Beamten lediglich einen Gegenstand aus Metall, den der Kampfmittelräumdienst als altes Rohr identifizierte.

Leichenspürhunde im Einsatz

Der Bodenaushub und die großen Baggerlöcher auf dem Grundstück werden von speziell ausgebildeten Hunden untersucht. Drei Kartons, die am Samstag (29.06.2019) in einem Polizeiwagen weggebracht wurden, stammten entgegen zuerst verbreiteten Meldungen nicht aus dem Haus des Verdächtigen. Es handelte sich laut Polizei lediglich um Verpflegung für die ermittelnden Beamten.

Bildmaterial wurde auch im ehemaligen Kinderzimmer des 52-jährigen Sohnes des Wuppertalers entdeckt. In dessen Wohnung in Dortmund fand die Polizei aber nichts Verdächtiges.

Staatsanwaltschaft bereitet Anklage vor

Der 83-Jährige hat den Besitz des kinderpornografischen Materials zwar zugegeben, beteuert aber, dass er keinem Kind etwas angetan habe. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft bereitet nach eigenen Angaben eine Anklage vor - weil zunächst das ganze kinderpornografische Material gesichtet werden müsse, könne sich das aber einige Zeit hinziehen.

Zeitungsbericht: Verdächtiger aus Klinik entlassen

Der Mann war nach WDR-Informationen am Donnerstag (27.06.2019) in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Ein Haftbefehl gegen den 83-Jährigen war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung vom Samstag (29.06.2019) hat er die Klinik inzwischen wieder verlassen. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag (01.07.2019), dass der Mann auf freiem Fuß ist.

Stand: 02.07.2019, 14:38