Einer Person wird Blut abgenommen

Bleibelastung bei Kindern und Jugendlichen in Mechernich bestätigt

Stand: 19.08.2021, 15:53 Uhr

Die Bleibelastung im Blut der Kinder und Jugendlichen in Mechernich und Kall ist höher als erwartet. Das ergab eine in diesem Sommer neu durchgeführte Studie.

Die erneute Blutuntersuchung weist dreimal häufiger eine Überschreitung des Referenzwertes auf als bei der Allgemeinbevölkerung. Konkret bedeutet das, dass in Mechernich und Kall der Bleigehalt bei 32 der 182 untersuchten Kinder und Jugendlichen zu hoch ist. Damit ist eine Mehrbelastung für die Heranwachsenden in der Region des ehemaligen Blei-Bergbaugebietes nachgewiesen.

Kreis warnt vor Gemüseanbau im Boden

Das Gesundheitsamt des Kreis Euskirchen will nun umweltmedizinische Beratungen anbieten, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und sie über die Risiken der Bleirückstände im Boden aufzuklären. Besondere Vorsicht ist beispielsweise beim Verzehr von selbst angebautem Gartengemüse geboten. Eltern von Kleinkindern sollen außerdem darauf achten, dass diese keine Erde in den Mund nehmen. In der Vergangheit hatte der Kreis schon über die Gefahren aufgeklärt.

Bereits bei einer ersten Studie waren erhöhte Bleiwerte bei Kindern aufgefallen. Nun wollte man es genauer wissen. Daher wurden für die Teilnahme an der neuen Studie insgesamt mehr als 1000 Kinder und Jugendliche in Mechernich und Kall angeschrieben. Mitgemacht haben letztendlich 182. Sie kamen aus nahezu allen Ortsteilen von Kall und Mechernich, unabhängig von der jeweiligen Bleibelastung der Böden.

Die Region um Mechernich ist von Natur aus unterschiedlich stark mit giftigem Blei belastet. Dort liegt eines der größten Bleierzvorkommen Europas.