Kevelaer: Erster öffentlicher Gottesdienst nach Corona-Pause

Blick auf die Gnadenkapelle in Kevelaer (Im Hintergrund die St. Marien Basilika)

Kevelaer: Erster öffentlicher Gottesdienst nach Corona-Pause

  • 150 Menschen dürfen in die Kirche
  • Sicherheitsdienst vor Ort
  • Desinfektionsmittel stehen bereit

In Kevelaer findet am Freitag (01.05.2020) der erste öffentliche Gottesdienst nach rund sieben Wochen Corona-Pause statt. Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing wird bei der Messe ab 10 Uhr die Wallfahrtssaison in Kevelaer einläuten.

Strenge Vorschriften

Für den Gottesdienst gibt es strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften. Nach Angaben der Wallfahrtsleitung St. Marien in Kevelaer wird schon der Einlass eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes von Sicherheitskräften kontrolliert.

In der Basilika sollen "lediglich 150 sichtbar markierte Sitzplätze für die Gläubigen zur Verfügung stehen." Die Kirchenbesucher sollen nach Angaben des Bistums Münster "in der Regel alleine, höchstens aber zu zweit in einer Bank sitzen." Außerdem bitte man die Gläubigen nach dem Ende des Gottesdienstes, "so lange in der Kirche sitzen zu bleiben, bis die anwesenden Ordner den entsprechenden Hinweis zu einem geordneten Auszug geben."

Keine Mundschutzpflicht

Vor der Kommunion müssen sich alle Beteiligten die Hände desinfizieren, heißt es in den Rahmenbedingungen des Bistums. Den Gläubigen solle "die Kommunion in angemessenem Abstand gereicht" werden, heißt es weiter. Die Mundkommunion müsse bis auf Weiteres unterbleiben.

Eine Mundschutzpflicht und ein explizites Gesangsverbot sind nicht vorgesehen. Man habe die Zahl der Lieder aber reduziert. Ein kleines Gesangsensemble soll den Gottesdienst musikalisch gestalten.

Jüchener Pfarrer ist skeptisch

Skeptisch zur Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste äußert sich der Jüchener Pfarrer Ulrich Clancett: "Eigentlich widersprechen diese Maßnahmen zutiefst dem Charakter eines christlichen Gottesdienstes, der ja einladend sein soll, der nicht ausschließend sein darf, der befreiend und lebensbejahend sein soll."

Viele Kirchenbesucher seien zudem älter und gehörten damit zur Risikogruppe. Viele Ehrenamtler in kleinen Gemeinden blickten "mit Bangen" auf die Umsetzung der Hygienevorschriften. "Da muss man schon mal ein Fragezeichen machen, ob das wirklich so sinnvoll ist", so Clancett.

 Land: Gottesdienste waren "zu keinem Zeitpunkt verboten"

Die Kirchen hatten die Rahmenbedingungen für Gottesdienste in Corona-Zeiten in den vergangenen Wochen selbst erarbeitet und dem Land vorgelegt. Seit dem Inkrafttreten der landesweiten Rechtsverordnung vom 23. März gab es in NRW keine öffentlichen Gottesdienste mehr.

Das Land NRW legt Wert darauf, dass es als einziges deutsches Bundesland Gottesdienste "zu keinem Zeitpunkt verboten" hat. Das Land habe lediglich die Selbstverpflichtung der Kirchen entgegengenommen.

Stand: 30.04.2020, 16:01