Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung

Der Kölner Dom bei Nacht.

Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung

Ein beim Erzbistum geplantes Journalistengespräch zum Thema Missbrauch wurde abgebrochen, weil die anwesenden Reporter nicht bereit waren, eine von der Kirche geforderte Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben.

In dem Gespräch sollten die Reporter eigentlich die Möglichkeit erhalten, ein teilweise geschwärztes Exemplar eines Rechtsgutachtens zu lesen, das sich mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester in den zurückliegenden Jahrzehnten befasst. Der Kölner Erzbischof hatte sich letztes Jahr entschieden, dieses nicht zu veröffentlichen, weil es methodische Fehler habe.

Die Journalisten sollten sich heute rechtlich verpflichten, weder Tathergänge aus dem Gutachten zu veröffentlichen noch darin benannte Verantwortungsträger zu nennen. Das lehnten alle anwesenden Journalisten ab.

Das Kölner Erzbistum ist der Meinung, dass es aus rechtlichen Gründen nicht anders ginge. Bis zur kommenden Woche wollen die Verantwortlichen jetzt prüfen, ob sie unter anderen Bedingungen den Journalisten doch noch einen Einblick in das Gutachten über Sexualstraftäter im Kölner Erzbistum und deren Mitwisser ermöglichen.

Missbrauchs-Vertuschung: Wer schützt hier was?

WDR 5 Diesseits von Eden 20.12.2020 10:54 Min. Verfügbar bis 18.12.2021 WDR 5 Von WDR 5


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Stand: 05.01.2021, 18:33