Neuer Missbrauchsfall: Erzbistum Köln will sich nicht äußern

Rainer Maria Kardinal Woelki

Neuer Missbrauchsfall: Erzbistum Köln will sich nicht äußern

Von Frank Piotrowski

Das Erzbistum Köln wird sich zu einem am Dienstag bekannt gewordenen Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs durch einen Priester vorerst nicht äußern.

Sechs mal soll Pfarrer Josef M. zwischen 1971 und 1996 sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts ausgeübt haben. Das habe der im Januar verstorbene Priester schon 2014 in der Personalabteilung des Erzbistums Köln gestanden. So berichtet es die Bildzeitung.

Offenbar vier Jahre zwischen Geständnis und Anzeige

2017 sei der Vorgang dort noch einmal überprüft worden, weil beim ersten Mal nicht oder nur lückenhaft dokumentiert wurde, so der Kölner Stadtanzeiger. Aber erst 2018 erfolgte dann eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Düsseldorf durch einen Anwalt des Erzbistums. Das bestätigte die Behörde dem WDR.

Der frühere Erzbischof Meisner soll Pfarrer M. nur verwarnt haben, als er 2001 das erste Mal auffällig wurde, und sein Nachfolger Kardinal Woelki habe ihm die Beteiligung an den Therapie- und Entschädigungskosten über 5500 Euro auferlegt, so die Bildzeitung.

Auswertung für Mitte März geplant

Das Erzbistum teilte mit, dass es den Vorgang ernst nehme und die Auswertung des Sachverhalts im Zusammenhang mit der für Mitte März geplanten Veröffentlichung des Gehrke-Gutachtens zur sexualisierten Gewalt durch Priester im Kölner Erzbistum vornehmen werde.

Erzbistum Köln will sich nicht äußern

00:47 Min. Verfügbar bis 10.02.2022


Stand: 09.02.2021, 17:59