Kronenbrot-Pleite: Kein Geld für Beschäftigte

Kronenbrot Wuerselen

Kronenbrot-Pleite: Kein Geld für Beschäftigte

  • Kronenbrot-Mitarbeiter gehen leer aus
  • Kein Vermögen mehr vorhanden
  • Sachwerte in andere Gesellschaften überführt

Die Beschäftigten der insolventen Großbäckerei Kronenbrot in Würselen müssen offenbar auf Forderungen in Millionenhöhe verzichten. Vor dem zuständigen Amtsgericht in Essen hat der Insolvenzverwalter am Dienstag (08.10.2019) nach WDR-Informationen erklärt, dass bei Kronenbrot keine Vermögenswerte mehr vorhanden sind.

Erste Pleite in 2016

Kronenbrot hatte im Juni Insolvenz beantragt. Mit rund 1.000 Mitarbeitern in den Werken Würselen, Köln und Witten zählte das Unternehmen zu den fünf größten Backwarenherstellern in Deutschland. 2016 war Kronenbrot zum ersten Mal in eine Insolvenz geschlittert. Damals verzichtete die Belegschaft auf Teile von Lohn und Weihnachtsgeld, um die Firma zu stützen.

Sachwerte nicht in der Insolvenzmasse

Nach der ersten Insolvenz übernahm ein Finanzinvestor Kronenbrot. Immobilien, Maschinen und Personal wurden in eigene Gesellschaften überführt. Bei der erneuten Pleite in diesem Jahr sind die Sachwerte deshalb außen vor. Auch der Insolvenzverwalter konnte nach Aussagen der Gewerkschaft NGG daran nichts ändern. Vor Gericht soll er vor allem die branchenfremden Eigentümer für die Insolvenz verantwortlich gemacht haben.  

Mitarbeiter sind Leidtragende

Von der Pleite sind vor allem die Mitarbeiter betroffen. Sie gehen so gut wie leer aus und können laut NGG bestenfalls noch auf Kleinstbeträge hoffen - und das auch erst nach Abschluss des ganzen Verfahrens in fünf bis sechs Jahren. Nur für einige Dutzend Mitarbeiter im Werk Witten hat sich eine Perspektive am alten Arbeitsplatz ergeben. Sie wurden vom früheren Konkurrenten Harry-Brot übernommen.

Kronenbrot-Pleite: Kein Geld für Beschäftigte

00:29 Min. Verfügbar bis 08.10.2020

Stand: 08.10.2019, 18:50