Tierärzte fordern flächendeckende Kastrationspflicht für Katzen

Eine rothaarige Katze streckt ihre Pfote zum Kamera-Objektiv aus

Tierärzte fordern flächendeckende Kastrationspflicht für Katzen

  • Freigänger-Katzen im Rhein-Erft-Kreis müssen kastriert werden
  • Kastrationspflicht soll Zahl der wilden Katzen eindämmen
  • Auch andere Kommunen in NRW haben Regelungen
  • Tierärzte fordern flächendeckende Pflicht

Seit Mittwoch (15.01.2020) gilt im Rhein-Erft-Kreis für freilaufende Hauskatzen eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht. Bei Verstößen droht Besitzern ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.

Zahl der verwilderten Katzen steigt ohne Kastrationen

Freilaufende Tiere, die nicht kastriert sind, verschärfen ein großes Problem. Denn Katzen können in der Regel jährlich drei Würfe mit bis zu fünf Jungen bekommen. Das lässt die Zahl der verwilderten Katzen und damit auch ihr Elend immer größer werden. Denn fast alle von ihnen sind krank und unterernährt.

Wie viele Tiere zur Zeit wild in der Natur leben, das ist zwar unklar. Doch jedes Jahr werden im Rhein-Erft-Kreis mehr als 600 eingefangene Katzen den Tierheimen und Pflegestationen übergeben. Diese hoffen nun, dass diese Zahl mit der Kastrationspflicht sinken wird.

Kastrationspflicht setzt sich durch

Auch in anderen Kommunen in NRW gibt es eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Laut dem Deutschen Tierschutzbund waren es im November 2019 rund 100 Kreise, Städte und Gemeinden. Das Land fördert sogar die Katzenkastration und unterstützt Tierschutzvereine finanziell.

Tierärzte betonen Vorteile

Beim Bundesverband praktizierender Tierärzte geht man noch weiter. Dort wird ein "Flickenteppich" mit unterschiedlichen Regelungen vor Ort kritisiert und stattdessen eine flächendeckende Kastrationspflicht gefordert. Die 1. Vizepräsidentin Petra Sindern verweist auf die Vorteile.

"Es gibt keine unkontrollierte Vermehrung. Außerdem gibt es auch medizinische Vorteile." Bei weiblichen Katzen sinke das Brustkrebsrisiko, Männchen würden weniger gegeneinander kämpfen und sich dann nicht mehr so oft verletzen. "Es heißt oft, dass Katzen von Kastrationen dick werden. Das lässt sich aber verhindern, wenn man sie gezielt füttert", sagt Sindern.

Wie viele freilebende Katzen in NRW existieren, ist nicht bekannt. Der Tierschutzbund geht davon aus, dass es in ganz Deutschland rund zwei Millionen sind.

Stand: 15.01.2020, 19:00