Karneval-Konsens: Typischer Straßenkarneval fällt diesmal aus

Wie geht es weiter mit dem Karneval? 17:12 Min. Verfügbar bis 18.09.2021

Karneval-Konsens: Typischer Straßenkarneval fällt diesmal aus

Die üblichen Karneval-Umzüge, Prunksitzungen und Straßenkarneval-Partys werden diesmal nicht stattfinden. Darauf haben sich die Chefs der Karnevalshochburgen mit der Staatskanzlei verständigt.

Die kommende Karnevalssession wird extrem eingeschränkt. Darauf haben sich am Freitag die Chefs der Karnevalshochburgen Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf mit Vertretern der Landesregierung geeinigt. "Karneval, so wie wir ihn kennen, wird in Zeiten der Pandemie nicht möglich sein", sagte der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, im Anschluss an das Treffen.

Staatskanzlei: Keine Corona-Sonderregeln für Karneval

"Für den Karneval gelten keine Sonderregelungen", so der Staatssekretär weiter. Es würden dieselben Corona-Maßnahmen greifen wie auch jetzt schon für Veranstaltungen - das betreffe Rosenmontagszüge genauso wie Sessionseröffnungen oder Prunk- und Kostümsitzungen. Dies alles werde nicht wie gewohnt stattfinden dürfen.

Chefs der Karnevalshochburgen mit Einigung zufrieden

Christoph Kuckelkorn

Christoph Kuckelkorn

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, zeigte sich als Stellvertreter der vier Karnevalschef zufrieden mit dem Konsens. Aus Sorge vor einem starken Anstieg der Corona-Fallzahlen während der Session hatten sie gefordert, dass es auf öffentlichen Plätzen und in Sälen diesmal gar keine Veranstaltungen geben werde. Mehr noch, sie forderten an den tollen Tagen ein Alkohol- und Verweilverbot in den Innenstädten.

Alkoholverbote an "neuralgischen" Punkten

Ganz so weit kommt es nun nicht - zum Teil aber schon. Zwar werden die typischen Karnevalsfestivitäten ausfallen. Sich an öffentlichen Orten kostümiert zu treffen, als Zuschauer an Konzerten teilzunehmen und auch Alkohol zu trinken bleibt grundsätzlich jedoch erlaubt - nur eben alles im Rahmen der bestehenden Corona-Schutzmaßnahmen, betonte Liminski.

Ein komplettes Alkoholverbot wird es zwar nicht geben. Aber: "Den Städten empfehlen wir ein Alkoholverbot an neuralgischen Punkten."

Die Regelungen im Überblick

  • Rosenmontagszüge, Karnevalsbälle, Partyformate, Prunksitzungen und dergleichen ohne Beachtung des Abstandgebotes können nicht stattfinden. Veranstaltungen wie diese gelten anders als Hochzeiten oder Beerdigungen nicht als gesellige Veranstaltungen aus herausragendem Anlass.
  • Erlaubt sind stattdessen karnevalistische Kulturveranstaltungen wie etwa Konzerte, die der geltenden Coronaschutzverordnung und den Hygienevorschriften entsprechen. Dazu zählen laut Staatskanzlei auch Besuchstermine der Tollitäten bei Veranstaltungen oder Einrichtungen.
  • Auch alle Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen nur unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden.
  • Die Landesregierung empfiehlt den Kommunen, für den "Elften im Elften" und an anderen Tagen ein Alkohol- und gegebenenfalls auch ein Verweilverbot an "neuralgischen" Stellen auszusprechen - sprich an beliebten Orten, wo es üblicherweise große Ansammlungen gibt.

Ausufernde Feiern nicht zu kontrollieren

Die Chefs der Karnevalshochburgen trieb die Sorge um, ein möglicherweise ausuferndes Karnevalsgeschehen nicht in den Griff zu bekommen. Denn ein daraus resultierender bundes- oder sogar weltweiter Imageverlust wäre aus ihrer Sicht schlimmer gewesen als starke Einschränkungen in nur einer Session.

Karneval: Sessionseröffnung auf dem Heumarkt

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In den vergangenen Wochen haben scheibchenweise kleinere Vereine im Umland Züge oder Sitzungen einzeln abgesagt. Etwa in Bornheim, Hennef und Leverkusen. So war mittlerweile ein unübersichtlicher Flickenteppich entstanden. Nach der Einigung der Karnevalisten mit der Staatskanzlei will als Nächstes das Landeskabinett am kommenden Mittwoch über den Konsens beraten.

Staatssekretär Liminski wandte sich auch direkt an alle Karnevalisten: "Fahrt nicht in die Hochburgen", bat er, "feiert zu Hause, feiert im kleinen Kreis!"

Stand: 18.09.2020, 20:15