Karneval trotz Corona: Zu voll - Köln sperrt Zülpicher Straße

Stand: 11.11.2021, 17:43 Uhr

Mit der 2G-Regel an den Karnevals-Hotspots wollte die Stadt Köln am 11.11. zumindest für ein Mindestmaß an Schutz vor dem Coronavirus sorgen. Doch dann wurde es auf der Zülpicher Straße zu voll und die Zone wurde gesperrt - mit Corona hatte das allerdings nichts zu tun.

Es ist kurz nach 15 Uhr am 11.11. als die Stadt Köln die Jecken auffordert, den abgesperrten Bereich rund um die Zülpicher Straße nicht mehr anzusteuern. Auch die sogenannte "Entlastungsfläche" an den Uniwiesen, die die Stadt für diesen Fall eingerichtet hat, ist zu diesem Zeitpunkt schon vollgelaufen.

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Der Vorgang an sich ist nichts besonderes. Wenn sich tausende Jecken versammeln, um den Sessionsauftakt des Kölner Karnevals zu feiern, wird es erfahrungsgemäß gerade an den Party-Hotspots im Zülpicher Viertel und in der Altstadt voll. Damit Flucht- und Rettungswege dennoch frei bleiben und eine mögliche Massenpanik verhindert wird, greift dann das Ordnungsamt ein. So auch in diesem Jahr. Mit Corona hatte das allerdings nichts zu tun - denn in den 2-G-Zonen dürfen sich beliebig viele Menschen aufhalten.

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Karneval feiern mit der 2G-Regel

Trotzdem ist die Masse der Feiernden auch unter Corona-Gesichtspunkten ein Problem: Denn die Bereiche in der Altstadt, dem Zülpicher Viertel und an den Uniwiesen bieten auch mehr Schutz gegen das Virus. Um sie zu betreten, müssen die Feiernden am Eingang nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit will die Stadt in der Pandemie zumindest für ein gewisses Maß an Sicherheit für die Jecken sorgen.

Wird der Zugang zu diesen Bereichen gesperrt, um zu verhindern, dass dort Menschen verletzt werden, steigt gleichzeitig das Risiko sich mit Corona zu infizieren für alle, die draußen bleiben müssen. Denn dann besteht die Gefahr, dass sie sich zum Feiern mit vielen anderen Jecken an anderen Orten versammeln. Dann allerdings ohne die Gewissheit, dass alle geimpft oder genesen sind.

"Die 2G-Regel gilt für alle Karnevelsveranstaltungen im kompletten Stadtgebiet bis Sonntagmorgen, 8 Uhr", erklärt ein Sprecher der Stadt Köln auf Anfrage des WDR. Das hieße, dass nicht nur Kneipen, in denen Karneval gefeiert werde, ihre Gäste kontrollieren müssten. "Auch wenn sich Menschen unter freiem Himmel in Köln versammeln und Karneval feiern, müssen sie jederzeit mit Kontrollen rechnen", so der Sprecher.

OB Reker verteidigt Entscheidung für Karnevalsauftakt

Dabei stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Mitarbeiter des Ordnungsamts solche Kontrollen flächendeckend durchführen können. An einem Tag, an dem nicht nur tausende Kölner und Kölnerinnen den Beginn der Fünften Jahreszeit feiern, sondern auch hunderte Touristen durch die Stadt strömen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte die Entscheidung, den Karnevalsauftakt trotz rapide steigender Infektionszahlen zu feiern, auch damit verteidigt, man habe nicht groß eine andere Option gehabt.

"Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert", so Reker. "Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen." Es gebe sehr viele Menschen, die sich den 11.11. nicht mehr einfach verbieten lassen würden, weil er in Köln zum Brauchtum gehöre.