Erste Absagen für Kneipen-Karneval am 11.11. in Köln

Ein Köbes trägt einen Kölschkranz durch feiernde Karnevalisten in einer Kneipe

Erste Absagen für Kneipen-Karneval am 11.11. in Köln

Von Stefan Gerich

Der 11.11. wird in diesem Jahr anders sein als sonst. Mindestens zwei Kneipen in der Kölner Südstadt haben bereits ihre Karnevalsparties abgesagt. Andere Wirte sind noch unentschieden.

Bereits abgesagt haben die Gaststätten "Wirtz" und "Bagatelle". Die Gefahr für Gäste und Mitarbeitende sei nicht ganz auszuschließen. Kommt es zu einer Corona-Infektion, droht eine Quarantäne, sagt Alex Haag von der Gaststätte Wirtz.

Gastronome sind nachdenklich

„Da die Situation zur Zeit auch extremst schwierig ist, überhaupt jemanden zu finden, der in der Gastronomie arbeitet, würde ich auch so schnell niemanden finden, der sagt: Okay, dann stell ich mich jetzt für zwei Wochen in die Küche, wo Du in Quarantäne bist. Und somit müsste ich zu machen.“ Damit ginge das Geschäft mit Weihnachtsfeiern verloren – und damit mehr Umsatz, als am 11.11. gemacht wird.

Den Beteiligten ist die Entscheidung schwer gefallen. Schließlich haben auch sie sich auf den Karneval gefreut. Aber es sind nicht nur diese beiden Kneipen, bei denen es Zweifel gibt, ob Partys zum 11.11. eine gute Idee sind. Auch Costa Fotiadis vom Filos, einer weiteren Karnevals-Hochburg, ist nachdenklich.

Party mit weniger Gästen

Normalerweise ist es am 11.11. hier brechend voll; mit langen Schlangen vor der Tür. Diese Jahr plant das Filos eine Party mit weniger Gästen als üblich und zwar nach 2G-Regeln, sprich: nur Geimpfte und Genesene dürfen rein.

Aber trotzdem fühlt sich Fotiadis nicht ganz wohl: „Viele Mitarbeiter haben gesagt, dass sie nicht arbeiten wollen. Wir wären nicht sehr, sehr traurig, wenn das abgesagt wäre.“ Danach sieht es aber bislang nicht aus. Die Stadt verweist auf die Corona-Schutzverordnung des Landes und die erlaubt Partys, wenn auch unter Auflagen.

Viele setzen auf 2G

Ein Wirt zapft ein Bier an der Thene in der Gaststätte Wirtz in der Kölner Südstadt

Diesmal keine Party am 11.11. im "Wirtz"

Viele Wirte haben Hygienekonzepte erstellt und teils viel Geld und Arbeit in die Vorbereitung gesteckt. Für sie wäre eine Absage ein großer Verlust. Sie möchten gerne mit den Jecken feiern und zwar möglichst sicher.

In die "Torburg" und das "Lotta" kommt man nur mit Tickets. Die sind schon alle weg. Dabei verlangt die "Torburg" zusätzlich einen tagesaktuellen Schnelltest, weil die Infektionszahlen zuletzt gestiegen waren. Inhaber Martin Wolf würde die Party aber bei weiter steigenden Corona-Zahlen auch absagen: „Also wenn die Krankenhäuser Alarm schlagen, dann gehen auch bei uns die Alarmglocken an. Definitiv.“ Das "Backes" tauscht sich noch mit anderen Kneipen aus und will am Mittwoch (03.11.) entscheiden, ob am Donnerstag gefeiert wird oder nicht.

Testlauf für Karneval 2022

Für einige Gastronomen ist der 11.11. ein möglicher Testlauf für den Straßen- und Kneipenkarneval im Frühjahr. Geht am 11.11. alles glatt, ohne Superspreader-Events, könnten sie das Konzept übernehmen. Geht es aber schief, könnten die Hürden für das Frühjahr hoch sein, etwa durch verstärkte Auflagen.

Das ist ihnen der eine Karnevalstag im November nicht wert. Was für jede Kneipe das Richtige ist, müsse aber jeder selbst entscheiden. Da gäbe es kein allgemeines richtig oder falsch. Man wolle keine Kollegin und keine Kollegen für seine Entscheidung kritisieren.

Stand: 02.11.2021, 20:17