Karneval wegen Corona in Gefahr

Karneval wegen Corona in Gefahr

Die Chefs der Karnevalshochburgen, Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf treffen sich am Freitag mit Vertretern der Landesregierung, um über die kommende Session zu beraten.

Es geht um die Frage, ob oder mit welchem Konzept in Pandemie-Zeiten überhaupt gefeiert werden kann. Alle Seiten halten sich bedeckt. Das Thema gilt als hochemotional.

Totalabsage kein Tabu mehr

Christoph Kuckelkorn

Christoph Kuckelkorn

Es sind mehrere Szenarien denkbar. Zum einen könnte über eine Totalabsage der kommenden Session diskutiert werden. Oder es wird beraten, wie Sitzungen und der Straßenkarneval mit Hygiene- und Abstandsregeln gefeiert werden könnte. Was sich abzeichnet ist, dass selbst eine Totalabsage des Karnevals unter den Beteiligten kein Tabu mehr ist. Dazu gibt es eindeutige aktuelle Aussagen. Man wolle nicht um jeden Preis Karneval feiern und Veranstaltungen auf engem Raum könne man sich derzeit nicht vorstellen, hatte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, in den vergangenen Tagen immer wieder betont.

Pläne im Konsens getroffen

Schon im Vorfeld ist abzusehen, dass Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf einen gemeinsamen, im Konsens gefassten Plan vorlegen werden. Die sogenannten ABCD-Städte und die Landesregierung hatten schon lange angekündigt bis Mitte/Ende September eine Grundsatzentscheidung dazu zu treffen.

Denn die Karnevalisten brauchen Planungssicherheit. Und es ist eine breite flächendeckende Entscheidung nötig. Denn in den vergangenen Wochen haben scheibchenweise kleinere Vereine im Umland Züge oder Sitzungen einzeln abgesagt. Etwa in Bornheim, Hennef und Leverkusen.

So ist mittlerweile ein unübersichtlicher Flickenteppich entstanden. Nachdem die Karnevalisten ihren Vorschlag der Staatskanzlei vorgelegt haben, will dann das Landeskabinett am kommenden Mittwoch darüber beraten.

Totalabsage würde enormen Schaden anrichten

Die tollen Tage und der davon liegende Sitzungskarneval bedeuten für die regionale Wirtschaft hohe Einnahmen. Die Studie einer renommierten Wirtschaftsberatungsfirma rechnete 2018 allein für den Kölner Karneval eine Wertschöpfung von rund 600 Millionen Euro pro Session vor.

Auch Künstler, Saalbetreiber, Veranstalter und Technikpersonal hängen von den Einnahmen während des Sitzungskarnevals ab. Karnevalsvereine haben zumeist langfristige Verträge mit Vermietern und Künstlern abgeschlossen. Ob eine Versicherung bei Absagen wegen Pandemie für die Ausfälle aufkommen würde, ist wohl vom Einzelfall abhängig.

Stand: 17.09.2020, 16:21