UN-Generalsekretär Guterres mit Aachener Karlspreis geehrt

UN-Generalsekretär Guterres mit Aachener Karlspreis geehrt

Von Britta Kuck

  • Guterres fordert Umdenken in Klimapolitik
  • Rede in drei Sprachen
  • Spaniens König Felipe hielt Laudatio

UN-Generalsekretär António Guterres hat am Donnerstag (30.05.2019) den internationalen Karlspreis der Stadt Aachen erhalten. Das Karlspreis-Direktorium würdigte damit Guterres' Einsatz für eine Neubelebung der Zusammenarbeit mehrerer Länder auf Grundlage der Werte der EU. Spaniens König Felipe VI. lobte Guterres in seiner Laudatio als "großen Europäer und Weltbürger".

Preisträger dankt auf Deutsch

Guterres bedankte sich auf Deutsch für den Preis. Anschließend wechselte er ins Englische und sprach über seine politische Vergangenheit. Er habe den wahren Wert der Freiheit kennengelernt. "Ich sah die Wunden von Vertreibung und Entwurzelung", sagte Guterres rückblickend auf seine Zeit als UN-Flüchtlingskommissar.

Menschen würden zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen. Die Ungleichheit nehme zu, Hass werde geschürt über die sozialen Medien, so Guterres. Dies sei ein Schlag ins Gesicht der Aufklärung.

António Guterres erhält den Karlspreis zu Aachen

Der Preisträger António Guterres

UN-Generalsekretär António Guterres hat den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten.

UN-Generalsekretär António Guterres hat den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten.

Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstagmorgen (30.05.2019) im Aachener Dom mit einem Gottesdienst.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite gehörten zu den Gästen.

Die Skulptur von Karl dem Großen vor dem Aachener Rathaus. 

An der Zeremonie nahmen auch frühere Karlspreisträger teil, wie z.B. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2006) und der britische Historiker Timothy Garton Ash (2017).

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, im Gespräch mit der Präsidentin von Litauen, Dalia Grybauskaite.

Die Verleihung fand im Aachener Rathaus statt.

In seiner Rede sprach António Guterres von der Bedeutung Europas.

António Guterres wird vom Leiter des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden, und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp beglückwünscht.

Vor dem Rathaus hatten sich viele Menschen auf dem Aachener Markt versammelt.

Die Menschen warteten mit Europa-Luftballons auf den Preisträger.

Der Blick von der Rückseite des Rathauses auf den Aachener Dom.

Guterres betont Bedeutung Europas

Guterres sagte weiter, als Generalsekretät der Vereinten Nationen habe er die Notwendigkeit eines starken und geeinten Europas noch nie so stark gespürt wie jetzt. "Europa ist zu bedeutend, um zu scheitern." Jetzt sei es an der Zeit, wieder Vertrauen herzustellen.

Ein wichtiges Thema in seiner Rede war die Klimapolitik: "Wir müssen uns stärker engagieren, um die Katastrophe zu verhindern. Europa muss das Tempo bestimmen." Außerdem lobte Guterres das Energiekonzept der Bundesregierung. Deutschland will bis 2050 klimaneutral werden. Dieses Ziel sei zu erreichen, so Guterres, allerdings sei dazu eine neue Klimapolitik nötig. Der Preisträger befürworte eine Umweltsteuer.

Aachener Bischof würdigt Guterres

König Felipe VI. von Spanien und UN-Gnerealsekretär António Guterres im Gespräch

König Felipe von Spanien spricht bei der Ankunft am Mittwoch in Aachen mit António Guterres

Die Feierlichkeiten begannen am Morgen mit einem Gottesdienst im Aachener Dom. Bischof Helmut lobte den Preisträger. Als früherer Ministerpräsident von Portugal habe dieser sein Land "demokratisiert und in Europa verankert". Zudem habe Guterres als UN-Flüchtlingskommissar die "anwachsende Dramatik der weltweiten Flüchtlings- und Migrationsprobleme immer neu in die internationale Politik eingebracht" und nach würdevollen Lösungen gesucht.

Stand: 30.05.2019, 12:45