Veronika Tsepkalo, Svetlana Tikhanovskaya und Maria Kolesnikova

Karlspreis für belarussische Bürgerrechtlerin Tichanowskaja

Stand: 23.02.2022, 13:28 Uhr

Der belarussischen Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja ist in München offiziell der Aachener Karlspreis angetragen worden.

Es ist das erste Mal, dass Karlspreissprecher Jügen Linden und Aachens OB Sybille Keupen auf eine der drei Preisträgerinnen treffen - am Sonntag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Swetlana Tichanowskaja wird den Preis im Mai annehmen, auch im Namen ihrer beiden Mitstreiterinnnen Veronica Tsepkalo und Maria Kalesnikova - die derzeit in Belarus in Haft ist. Die beiden anderen Aktivistinnen leben im Exil unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, denn ihr Leben und ihre Freiheit sind ständig in Gefahr.

Der Karlspreis steht für Europas Werte

Der Preis sei für das belarussische Volk, das für Demokratie und Freiheit kämpfe, sagte Tichanowskaja, als Teil der europäischen Familie, deren Werte man teile: "Dieser Preis ist nicht nur für mich  oder uns drei, er ist für das belarussische  Volk. Wir sind ein Beispiel dafür, wie Menschen ohne Angst für Demokratie und die Einheit kämpfen. Dieser Preis bedeutet: Wir sind Europäer. Wir sind in der Familie der europäischen Länder. Und darauf sind wir stolz. Wir teilen dieselben Werte, wir wollen uns auf den Weg in die Demonkratisierung machen. Aber: Es ist ein hoher Preis, den wir dafür bezahlen.

Antragung des Karlspreises an Belarussische Bürgerrechtlerin Tichanowskaja

00:22 Min. Verfügbar bis 21.02.2023


Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und ihre beiden Mitstreiterinnen erhalten den Karlspreis 2022 für ihren Mut und ihren ermutigenden Einsatz für Freiheit und Demokratie, begründet das Direktorium des Internationalen Karlspreises zu Aachen seine Wahl.

Karlspreis setzt ein wichtiges Signal in Europa

Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreises, ist überzeugt: Dieser Preis wird Signale setzen in Richtung Osteuropa, vor allem in Zeiten wie diesen: "Gerade jetzt in der Ukraine-Krise hat es noch mal Bedeutung bekommen und ich glaube, das ist im Moment das aktuelle Ereignis, in das wir auch unseren Karlspreis einbetten können."

Der Karlspreis, er war meist auch ein Preis der männlichen Würdenträger. Dass er in diesem Jahr an drei junge Bürgerrechtlerinnen verliehen wird, ist neu. Gerade mal eine halbe Stunde Zeit bleibt den Dreien, um über das Protokoll des diesjährigen Karlspreises zu sprechen und um Geschenke zu überreichen. Ein Schirm als Schutz gegen den Aachener Regen und - wie könnte es anders sein - Printen.

Ein Geschenk mit Symbolwert: "Sie haben mich beschützt und mir zu essen gegeben," sagt Svetlana Tichanowskaia. Der Karlspreis gilt als wichtigster Preis für Verdienste um Europa. Die offizielle Verleihung erfolgt am 26. Mai.