Eine Frau mit dunklen Haaren, einem dunklen Blazer und einer goldenen Medaille um den hals spricht an einem Rednerpult.

Aachener Karlspreis-Verleihung mit politischer Kundgebung

Stand: 26.05.2022, 13:21 Uhr

Drei belarussische Bürgerrechtlerinnen erhielten am Donnerstag den Internationalen Karlspreis zu Aachen. Es war eine der politischsten Preisverleihungen in der Geschichte.

Von Helga Hermanns

Der Karlspreis setzt mit der Auszeichnung von Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo ein klares Statement für Freiheit und Demokratie.

In der Begründung zur Preisverleihung heißt es, die drei mutigen Frauen hätten unter schwierigsten politischen Bedingungen, unter Einsatz ihrer persönlichen Freiheit und Unversehrtheit, dem Diktator von Belarus die Stirn geboten. Sie seien für das eingetreten, was den Kern des europäischen Projekts ausmache: Menschenrechte, Frieden und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität.

"Die drei Frauen sind als Leitfiguren der belarussischen Opposition Symbole für den Geist der Freiheit." Dr. Jürgen Linden (Vorsitzender Karlspreis-Direktorium)

Karlspreisträgerinnen an RWTH

00:44 Min. Verfügbar bis 25.05.2023


Verleihungs-Zeremonie im Aachener Rathaus

Nach einem Pontifikalamt im Aachener Dom begann am Himmelfahrtstag die Zeremonie der Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Dazu kamen viele hochrangige Gäste aus Politik und Gesellschaft erwartet. Die Laudatio auf die drei Preisträgerinnen hielt Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (B'90/Die Grünen). In einer sehr persönlichen und emotionalen Rede würdigte Baerbock die drei als Vorbilder für Millionen Frauen in Europa. Vor der Außenministerin hatte Aachens Oberbürgermeisterin Sybillie Keupen gesprochen. Sie erinnerte daran, dass bei der Entscheidung über die Vergabe des diesjährigen Karlspreise noch niemand wusste, dass bei der Verleihung Krieg in der Ukraine toben würde. Erstmals mische der Karlspreis sich ein, sagte Keupen.

Sicherheit nicht mit sondern vor Russland

Eine Statue von Karl der Große mit einer Fahne der Europäischen Union vor dem Rathaus in Aachen.

Das Aachener Rathaus ist zur Preisverleihung festlich geschmückt.

Außenministerin Baerbock betonte, dass das belarussische Regime um Diktator Lukaschenko den Freiheitswillen des eigenen Volkes unterdrückte und den Angriffskrieg Putins unterstütze. Jetzt dürfe es nicht darum gehen, eine Waffenruhe um jeden Preis zu erreichen. Sicherheit gebe es in der aktuellen Situation nicht mit sondern vor Russland. Im Anschluss erhielten die Preisträgerinnen ihre Medaille.

Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo sind die 63. Preisträgerinnen des Internationalen Karlspreises. Vor ihnen wurden in Aachen fünf Frauen und 58 Männer mit dem Preis geehrt.

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