Sexuelle Gewalt: Woelki will Verantwortliche aus dem Amt nehmen

Rainer Maria Kardinal Woelki

Sexuelle Gewalt: Woelki will Verantwortliche aus dem Amt nehmen

Von Frank Piotrowski

Der in der Kritik stehende Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki will nach der Vorlage des neuen Missbrauchsgutachtens Verantwortliche von ihren Aufgaben entbinden. Das neue Gutachten soll am 18. März veröffentlicht werden.

Vor der Veröffentlichung des neuen Gutachtens zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Kölner Erzbistum hat Kardinal Woelki erstmals erklärt, dass Konsequenzen aus der juristischen Aufarbeitung gezogen werden sollen. In einer Videobotschaft auf der bistumseigenen Internetseite domradio.de kündigte er an, im Gutachten Genannte zunächst von Ihren Aufgaben zu entbinden.

Verantwortliche sollen von Aufgaben entbunden werden

Auf WDR-Anfrage konnte ein Sprecher des Erzbistums noch nicht bestätigen, ob dies noch am Tag der Gutachtenveröffentlichung am 18. März oder einige Tage später erfolgen soll. Der Kölner Erzbischof erklärte, dass so schnell und entschlossen, aber mit der notwendigen Sorgfalt gehandelt werden kann.

Zu seiner eigenen Person sagte Woelki: "Sofern es mich betrifft, habe ich bereits erklärt, dass ich mich den Ergebnissen der Untersuchung stellen werde."  Und das, so Woelki, erwarte er auch von anderen. Rückfragen zu dieser Forderung des Erzbischofs beantwortete das Erzbistum am Sonntag nicht. Denkbar ist, dass diese Aussage auch den Weihbischöfen im Kölner Erzbistum gilt. Sollten sie sich falsch verhalten haben, kann der Kardinal sie aber nicht einfach absetzen. Denn für Weihbischöfe ist der Papst zuständig.

Flut an Kirchenaustritten

Kardinal Woelki steht seit Monaten heftig in der Kritik, weil er ein bereits vor einem Jahr angekündigtes Gutachten einer Münchner Kanzlei zu sexueller Gewalt in der katholischen Kirche unter Verschluss hält. Er selbst steht unter Verdacht, Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen einen mittlerweile verstorbenen Priester vertuscht zu haben. Woelki wies den Vorwurf zurück, räumte aber Fehler im Zusammenhang mit der Missbrauchsaufarbeitung ein. Die Debatte führte zu einer hohen Zahl von Kirchenaustritten. Bei dem Gutachten, dass am 18.März vorgestellt werden soll, handelt es sich um eine weitere Untersuchung zu den Missbrauchsvorwürfen.

Stand: 07.03.2021, 18:53

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