Kardinal Rainer Maria Woelki (2021)

Kölner Erzbischof klagt gegen Axel-Springer-Verlag

Stand: 25.04.2022, 15:09 Uhr

Kardinal Rainer Maria Woelki wehrt sich juristisch gegen Artikel, die in der Bild-Zeitung erschienen sind. Dabei geht es um Formulierungen in Bezug auf den Umgang des Kardinals mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Kölner Erzbistum.

Von Markus Schmitz

Darin sehen Woelki und seine Anwälte eine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Urteile in den verschiedenen Verfahren werden für heute noch nicht erwartet. 

Die Pressekammer des Kölner Landgerichts muss sich mit mehreren Artikeln und deren Überschriften beschäftigen. Sie sind im vergangenen Jahr zwischen Ende April und Ende Juni  erschienen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilt.

Darunter ist auch ein Artikel von "Bild", in dem die Zeitung die Frage aufwirft, ob wegen des "Woelki-Skandals" nun "alle deutschen Bischöfe zurücktreten" würden. In einem anderen Artikel geht es laut Kölner Landgericht um die Formulierung "Vertuschungsmafia" in Bezug auf die Spitze des Kölner Erzbistums.  

Berichte über Beförderung eines Priesters

Auch ein Priester der von Woelki befördert wurde, klagt gegen den Springer- Verlag. Er wurde unter anderem als Missbrauchstäter bezeichnet. Tatsächlich hatte er vor vielen Jahren sexuellen Kontakt zu einem männlichen minderjährigen Prostituierten. 

In dem Artikel berichtete das Medium, dass Kardinal Woelki die Beförderung unterstützte, obwohl es einige warnende Dokumente über den Priester gab, die der Kardinal gekannt habe. Dem widerspricht Woelki. Auch diese Berichterstattung werden sich die Kölner Richter genau anschauen.

Woelki wird nicht vor Gericht erwartet

Gegen einige der Artikel gibt es bereits eine Unterlassungsverfügung. Nun geht es vor dem Landgericht um das sogenannte Hauptsacheverfahren. Das bedeutet, dass die Sachverhalte grundlegend geklärt werden müssen. Der Kardinal selbst muss bei den Verhandlungen nicht dabei sein. Laut Gericht hat er sein Erscheinen auch nicht angekündigt.

Die Urteile in der Hauptsache sollen laut Landgericht einzeln ab Mitte Mai verkündet werden.