Kapelle in Kerpen Manheim eingeweiht

Neubau einer Kirche von außen

Kapelle in Kerpen Manheim eingeweiht

Von Heinz Horst

Wegen des Tagebaus Hambach wird das Dorf Manheim umgesiedelt. Auch die alte Kirche muss weichen. Als Ausgleich für sie gibt es nun eine Kapelle im neuen Ort.

Weihrauch erfüllt die Luft in der neuen Kapelle St. Albanus und Leonhardus in Kerpen Manheim. Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki zündet die Osterkerze an und segnet anschließend das neue Gotteshaus.

Besonders feierlich ist die Altarweihe. Der Erzbischof setzt einige Reliquien in die Mitte des Tisches ein, anschließend segnet und salbt er den Altar. An fünf Stellen, die an die Wundmale Christi erinnern, wird Weihrauch angezündet und verbrannt. Damit ist aus dem steinernen Tisch ein Altar geworden, an dem nun Kerpens Pfarrer Ludger Möers Gottesdienste feiern kann.

Mann steht an Tisch und zündet Kerzen an

Erzbischof Woelki segnet den Altar.

„Kirche ist da, wo die Menschen sind“, sagte Erzbischof Woelki während der Segnungsfeier. Vor zwei Jahren wurde die alte Pfarrkirche aus dem Jahre 1900 wegen des fortschreitenden Tagebaus Hambach profaniert. Viele Manheimer und Manheimerinnen haben damals Abschied von ihrer Heimatkirche genommen. Zwei Jahre mussten sie warten, bis das neue Gotteshaus fertig wurde. Es wurde als Ausgleich für die alte Pfarrkirche errichtet. Aus ihr wurden unter anderem das Taufbecken, ein Kreuz, die Chorfenster und die Kirchenbänke mitgenommen. Außerdem hängen im 21 Meter hohen Turm die Glocken aus dem alten Ort.

Neues Gemeindehaus auch fertig

Gleich neben der Kapelle steht das Gemeindehaus, das heute ebenfalls eröffnet wird. Es soll Begegnungsstätte für alle umgesiedelten Menschen werden, hofft Pfarrer Ludger Möers. In dem Gebäude sind ein Veranstaltungssaal, eine Bücherei und ein Café untergebracht. Damit sind nahezu alle öffentlichen Gebäude in Manheim neu fertig. Fehlt nur noch die Feuerwehr, deren Gerätehaus soll möglichst noch in diesem Jahr fertig werden.

Kerpen Manheim muss wegen des Braunkohletagebaus Hambach umgesiedelt werden. Der Startschuss fiel im April 2012. Mittlerweile leben 1.460 Menschen im neuen Ort, in Manheim alt sind es noch etwa 30. Die Umsiedlung soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Dabei wird die Kohle unter Manheim alt überhaupt nicht mehr benötigt, sondern nur noch Kies und Sand für eine Seeböschung.

Kampf um die Dörfer Westpol 28.03.2021 UT DGS Verfügbar bis 28.03.2022 WDR

Stand: 13.09.2021, 12:29