Kamp-Lintfort: Zu viel Plastik in der Biotonne

Männer am Sortierband

Kamp-Lintfort: Zu viel Plastik in der Biotonne

Von Birgit Pasz / Mihri Basar

  • Bio-Plastik sorgt in Kamp-Lintfort für Probleme
  • Abbaubare Plastikbeutel verrotten zu langsam
  • Großer Aufwand für Dünger-Hersteller

Im Kompostierwerk am Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof in Kamp-Lintfort werden im Jahr rund 30.000 Tonnen Biomüll aus dem Kreis Wesel zu Dünger verarbeitet. Doch in dem dort ankommenden Biomüll befinden sich immer mehr Plastiktüten. Dabei handelt es sich vor allem um die im Handel erhältlichen, biologisch abbaubaren Plastikbeutel.

Die meist aus Maismehl hergestellten Beutel gelten eigentlich als umweltschonend. "Gerade umweltbewusste Verbraucher nutzen diese Beutel, um darin zum Beispiel Obst- und Gemüsereste zu entsorgen", so der Leiter des Kompostierwerks Mike Egelhof. Dennoch machen sie bei der Verarbeitung Probleme.

Kompostierbares Plastik verrottet zu langsam

Der Kompostierprozess der Tüten dauert zu lange. Laut EU-Norm muss bereits nach 12 Wochen die Tüte zu 90 Prozent zersetzt sein. Die Herstellung von Dünger am Asdonkshof dauert allerdings nur sechs bis acht Wochen. "Die im Kompost verbleibenden Kunststoffreste gelten als Fremdstoff und somit als Störstoff", so Mike Egelhof. "Wir werden monatlich überprüft durch ein externes Labor. Hier gelten strenge Grenzwerte. Nur hochwertiger Kompost erhält ein Gütesiegel.

Mehrarbeit durch Aussortieren

Um weiterhin einen reinen Dünger herstellen zu können, müssen die Mitarbeiter mit großem Aufwand den ankommenden Plastikmüll aussortieren. Im Anschluss werden die aussortierten Teile verbrannt. Das führt zu höheren Kosten.

Recycling-Papier als Alternative

Umweltschonender, so die Entsorgungsexperten vom Asdonkshof, sind Papiertüten. Küchenabfälle könne man auch in Zeitungspapier einwickeln und in der Biotonne entsorgen. Auch wenn Papier schneller verrottet als die Bio-Plastiktüte - ganz ohne Verpackung wäre die Entsorgung am besten.

Stand: 05.03.2019, 17:09

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