Sensible Mitarbeiterdaten in JVA Euskirchen in Umlauf

Der Eingang der Justizvollzugsanstalt in Euskirchen.

Sensible Mitarbeiterdaten in JVA Euskirchen in Umlauf

Von Tobias al Shomer

  • JVA-Insassen geraten an sensible Informationen
  • Mitarbeiter in Euskirchen verliert Speicher-Stick
  • NRW-Justizministerium bestätigt den Vorfall
Ein Parkplatz vor der JVA Euskirchen

Auf diesem Parkplatz hat ein Mitarbeiter den Stick verloren

In der Justizvollzugsanstalt in Euskirchen gab es eine Datenpanne: Die dortigen Insassen sind auf skurrile Weise an sensible Mitarbeiterinformationen gekommen. Ein leitender Mitarbeiter hat die Personal-Daten auf einen Speicherstick gezogen, um sie mit nach Hause zu nehmen. Den Stick hat er dann auf einem Anstalts-Parkplatz verloren.

Landesdatenschutzbeauftragte eingeschaltet

Das NRW-Justizministerium bestätigte den Vorfall auf WDR-Anfrage am Dienstag (03.07.2018). Ein Häftling im freien Vollzug hat den Speicherstick gefunden, mit nach Hause genommen und kopiert. Dann soll er die Daten an andere Häftlinge weiter gereicht haben. Diese enthalten sensible Mitarbeiter-Informationen, sagt Anstaltsleiterin Renate Gaddum:

"Nach jetzigem Sachstand befinden sich auf dem Stick an personenbezogenen Daten Regelbeurteilungen beziehungsweise Beurteilungen von allen Mitarbeitern des allgemeinen Vollzugsdienstes und des Werkdienstes. Es befinden sich darauf auch eine Handvoll von Daten, die sich beziehen auf die Telefonnummern und die Wohnadressen dieser Mitarbeiter."

Leitendem Mitarbeiter drohen Konsequenzen

Alle Mitarbeiter seien bereits darüber informiert. Dem leitenden Mitarbeiter droht von mehreren Seiten Ärger. Offenbar wollte er die Daten mit nach Hause nehmen, um weiter an den Beurteilungen zu arbeiten. Die Intentressenvertretung der Strafvollzugsbediensteten in NRW zeigte sich entsetzt. Der Landesvorsitzende Peter Brock bezeichnet es als unsäglich für die Mitarbeiter, wenn solch sensible Daten in die Hände von Häftlingen geraten.

Die Ermittlungen der JVA dazu dauern an. Die Anstaltsleitung hat nicht nur die Staatsanwaltschaft Köln eingeschaltet, sondern auch das Landesjustizministerium und die Landesdatenschutzbeauftragte.

Stand: 03.07.2018, 17:29

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