Album von Kollegah und Farid Bang auf dem Index

Farid Bang und Kollegah bei der Echo-Verleihung 2018

Album von Kollegah und Farid Bang auf dem Index

Von Henning Hübert

  • Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" als jugendgefährdendes Medium
  • Verbreitung nicht komplett verboten
  • Album 25 Jahre lang auf dem Index

Mit einiger Verzögerung hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien am Donnerstagabend (06.09.2018) in Bonn entschieden: CD und Fanbox von "Jung Brutal Gutaussehend 3" der Düsseldorfer Rapper Kollegah und Farid Bang kommen auf den Index - einschließlich des Skandal-Titels "0815" mit einer provokanten Passage über "Auschwitz-Insassen". Das Album gilt jetzt als jugendgefährdendes Medium.

Rapper Kollegah und Farid Bang besuchen Auschwitz

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur | 08.06.2018 | 06:31 Min.

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Begründung erst Ende September

Die Entscheidung wurde am Donnerstag gefällt und dem WDR schriftlich mitgeteilt. Details zur Begründung sollen erst Ende September bekannt gegeben werden. Der Skandal um die "Echo"-Vergabe an die Deutsch-Rapper Kollegah und Farid Bang in diesem April führte letztlich zum Ende des einst wichtigsten deutschen Musikpreises.

Verkauf nur noch an Erwachsene

Die Verbreitung wird jedoch nicht komplett verboten. Von Ende September an darf "Jung Brutal Gutaussehend 3" nur noch in gesonderten Ladengeschäften an Erwachsene verkauft werden. Werbung in der Öffentlichkeit, der Vertrieb über den Versandhandel und auch die offizielle elektronische Verbreitung der Titel ist nun verboten. Ausstrahlung von Titeln des Albums im Radio als Folge ebenso.

Nach 25 Jahren wird neues Verfahren durchgeführt

Das war schon so bei den Entscheidungen der Bundesprüfstelle über die beiden Vorläufer-Alben. Damals hieß es zur Begründung: "Die Texte der Gangster-Rapper Farid Bang und Kollegah wirken verrohend, reizen zu Gewalttätigkeiten an und diskriminieren Frauen und Homosexuelle". Neu an der jüngsten Entscheidung ist die Kritik am Stilmittel des ständigen Heranziehens von Vergleichen. Und da ergab die Prüfung: "Es sind nicht sämtliche Vergleiche zulässig, der Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus nehmen."

Nach dem Jugendschutzgesetz wird das Album nun 25 Jahre lang auf dem Index stehen. Danach müsste ein neues Verfahren durchgeführt werden.

Stand: 07.09.2018, 10:40