Bonner Jugendpreis für Zivilcourage vergeben

Hamza El Fakrouni, Daniel Reich und Mohammed Omar (v. l.) sind ausgezeichnet worden

Bonner Jugendpreis für Zivilcourage vergeben

Von Dietrich Sondermann

  • Ehrenamtliches Engagement für deutsch-israelische Freundschaften
  • Junger Mann hilft bedrängten Frauen in Straßenbahn
  • Geflüchteter engagiert sich als billingualer Schwimmtrainer

Die Stimmung ist fröhlich bei der Feier in der Bonner Synagogengemeinde. Der Ort ist in diesem Jahr für die Preisvergabe ausgewählt worden, weil sich einer der Preisträger für ein besseres Verhältnis zwischen Juden und Christen einsetzt.

Der 23-jährige Daniel Reich hat gute Kontakte zu der Gemeinde. Er hat sich im vergangenen Jahr für ein Seminar gegen Antisemitismus an der Universität Bonn eingesetzt. Er arbeitet an einem deutsch-israelischen Austauschprogramm für junge Erwachsene. Sein besonderes Interesse gilt Holocaust-Überlebenden.

 Auszeichnung für Bekämpfung von Alltagssexismus

Der 17-jährige Hamza El Fakrouni wird ausgezeichnet, weil er sich im Alltag für seine Mitmenschen eingesetzt hat. In einer Straßenbahn hatte ein Fremder zwei Frauen beleidigt und bedrängt. El Fakrouni stellte sich ihm in den Weg - und wurde dabei selbst schwer verletzt. Die Polizei konnte den Angreifer identifizieren. Als Grund für sein Engagement nennt Hamza sein Gerechtigkeitsgefühl. Er sei wegen seines Migrationshintergrundes früher viel gehänselt worden.

Engagement als interkultureller Schwimmlehrer

Mohammed Omar (18 Jahre) kam erst vor zwei Jahren von Syrien nach Deutschland und lernte hier schwimmen. Und er scheint ein Naturtalent zu sein: Im Jahr 2017 qualifizierte er sich zum Übungsleiter für Breitensport und erwarb das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber. Jetzt arbeitet er ehrenamtlich als Schwimmtrainer in einem Verein. Er bringt sich ein als Brückenbauer zwischen den Kulturen.

Stand: 20.09.2018, 14:06