16-Jähriger stiehlt als falscher Polizist Auto und verursacht Unfall

Zwei zerstörte Pkws.

16-Jähriger stiehlt als falscher Polizist Auto und verursacht Unfall

Von Dietrich Sondermann

  • Jugendlicher gibt sich als Zivilfahnder aus
  • Flucht mit gestohlenem Wagen
  • Unfall mit anderem Wagen in Sankt Augustin

In Bonn-Holzlar hat ein Jugendlicher in der Nacht zu Samstag (22.02.2020) ein Auto gestohlen. Der 16-Jährige hat vom Straßenrand aus einen Autofahrer angehalten. Er stellte sich dem Mann als Zivilfahnder vor und verlangte Fahrzeugpapiere und Führerschein. Dann forderte er den Autofahrer auf, zu einem nahe gelegenen Restaurant zu gehen.

Der eingeschüchterte Autofahrer befolgte diese Anweisung. Währenddessen fuhr der falsche Polizist mit dem Wagen davon.  

Mit Vollgas durch Tempo-30-Zone

Die Polizei konnte den Autodieb dann auf der nahe gelegenen B56 im Bereich Sankt Augustin entdecken und leitete eine Verfolgung ein. Der junge Mann versuchte, durch eine kleine Ortsdurchfahrt im Stadtteil Hangelar zu fliehen.

Mit hoher Geschwindigkeit kollidierte er dann in einer Tempo-30-Zone mit einem entgegenkommenden Kleinwagen. Sowohl dessen 21-jähriger Fahrer als auch der Jugendliche wurden bei dem Unfall leicht verletzt. In beiden Autos haben Airbags wohl Schlimmeres verhindert.

Die Polizei konnte den Unfallverursacher festnehmen. Er wurde, wie der andere Fahrer auch, in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zeugen berichteten, dass die Polizei mehrere Tüten aus dem Fluchtfahrzeug geborgen habe. Ob die etwas mit dem Autodiebstahl zu tun haben, müssen weitere Ermittlungen der Einsatzkräfte klären.  

Unfallverursacher war betrunken

Nach den ersten Ermittlungen in der Nacht hat die Polizei am Samstagmorgen (22.02.2020) bekanntgegeben, dass der jugendliche Autodieb betrunken war. Ein Test bei ihm ergab einen Wert von knapp einem Promille Blutalkohol. Außerdem hat er keinen Führerschein.

Bei dem heftigen Unfall in Sankt Augustin sind vier weitere Autos beschädigt worden. Der Sachschaden liegt nach Polizeiangaben bei rund 27.000 Euro.

Stand: 22.02.2020, 08:31