Jugendamt Mönchengladbach kündigt ungeimpften Ehrenamtlern

Stand: 11.02.2022, 12:17 Uhr

Weil sie keine Coronaschutzimpfung vorweisen konnten oder keine Auskunft zu ihrem Impfstatus machen wollten, hat das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach die Verträge von drei Ehrenamtlern aufgehoben.

Das hat die Stadt Mönchengladbach dem WDR am Freitag bestätigt. Grund dafür sei, dass das Jugendamt nicht verantworten könne, dass sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter – die für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung erhalten haben – ohne Impfschutz dem Risiko aussetzen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

Riskio zu groß, sich zu infizieren

Die drei Betroffenen sind laut Aussagen der Stadt in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie tätig gewesen. Dazu zählen beispielsweise Jugendheime und Abenteuerspielplätze. Das Problem dabei liege laut Stadt darin, dass es in den offenen Einrichtungen weder für die Kinder noch für die Mitarbeitenden ein Testkonzept gebe, "das mit denen in Schulen oder Kitas vergleichbar ist".

Das wiederum bedeute der Stadt zufolge, "dass das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko für die Mitarbeitenden – noch dazu bei den derzeit hohen Inzidenzwerten in den jüngeren Altersgruppen – ungleich höher ist als in Schule oder Betreuungseinrichtungen. Dies gilt natürlich insbesondere für Erwachsene ohne Impfschutz." Das Jugendamt könne "die Verantwortung, Ehrenamtler ohne Impfschutz diesem Risiko auszusetzen" nicht übernehmen.

Die Zusammenarbeit mit den drei ehrenamtlichen Honorarkräften sei deshalb nach verschiedenen Gesprächen fristgerecht zum 17. Januar beendet worden. Die rund 120 weiteren Beschäftigten und Honorarkräfte in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Jugendamtes sind der Stadt zufolge alle geimpft.

Impfpflicht wird stark diskutiert

Über eine allgemeine Impfpflicht wird schon seit Monaten diskutiert. Pläne dafür werden immer konkreter. Mehrere Gruppen im Bundestag haben inzwischen Vorschläge entwickelt. Unklar ist dabei immer noch, wer die Impflicht dann kontrolliert.

Am 15. März tritt aber bereits das Gesetz zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht in Kraft. Krankenhäuser, Pflegeheime und mobile Pflegedienste müssen den Behörden dann namentlich melden, welche Mitarbeitenden nicht geimpft sind. Das neue Gesetz gilt nicht nur für Pflegende und Ärzte, sondern zum Beispiel auch für Beschäftigte in der Küche und Ehrenamtliche. Ungeimpften Mitarbeitern in der Gesundheitsbranche kann dann ein Beschäftigungsverbot drohen.