Drogenberatung Wuppertal: Zehn Jahre aktive Elternarbeit

Schild der Drogenberatung Wuppertal

Drogenberatung Wuppertal: Zehn Jahre aktive Elternarbeit

Von Michaela Heiser

• Drogensucht der Kinder wirft Eltern aus der Bahn
• Schwieriger Prozess des Loslassens
• Immer mehr Kinder verlieren sich in neuen Medien

Seit zehn Jahren ist die Wuppertaler Drogenberatung Vorreiterin in der aktiven Elternarbeit. Das Besondere: Die Berater arbeiten nicht nur mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen, sondern auch mit ihren Eltern. Sie spielen aus Sicht der Fachleute eine große Rolle beim Weg aus der Sucht. Jetzt (14.11.2019) zieht die Beratungsstelle Bilanz.

Selber rauchen, um mitreden zu können

Ein besonderes Projekt auf Initiative der Elternselbsthilfegruppe war zum Beispiel ein Ausflug mit den Drogenberatern nach Amsterdam in einen Coffeeshop. Die Eltern sollten auch mal selbst einen "Joint" rauchen, um mitreden zu können. Das sei ganz wichtig, um Kindern beim Weg aus der Sucht zu helfen.

Drogenmix erschwert die Arbeit

"Die Jugendlichen wollen alterstypisch Vieles ausprobieren", sagt Ina Rath, die Geschäftsführerin der Drogenberatung. Zum Aufputschen nähmen sie Amphetamine und anschließend einen Joint, um wieder runterzukommen. Es gehe den Kindern und Jugendlichen auch darum Grenzen zu überschreiten und Eltern zu provozieren. Die müssten lernen los zu lassen, die Verantwortung abzugeben.

Neue Gefahr: Die Internetsucht

Zunehmend beschäftigt Intersucht die Beratungsstelle. „Die Spiele-Industrie ist immer gezielter drauf aus, dass sie suchtmachende Mechanismen in die Spiele einbaut“, davon ist Ina Rath überzeugt. Immer mehr Kinder und Jugendliche würden sich in den neuen Medien verlieren. Bei diesem Thema arbeiten die elf Mitarbeiter auch schon präventiv mit Betroffenen und ihren Angehörigen – in der Fachstelle für Suchtvorbeugung.

Stand: 14.11.2019, 19:16