Vor 20 Jahren: Absturz der Wuppertaler Schwebebahn

Schwebebahn stürzt auf Gerüst

Vor 20 Jahren: Absturz der Wuppertaler Schwebebahn

  • am 12. April 1999 geschah der Unfall
  • fünf Menschen starben, 47 wurden verletzt
  • Jahrestag fällt in längste Betriebspause der Bahn

Es war etwa 5:45 Uhr. Der erste Frühzug der Schwebebahn war an diesem Montag gut besetzt. Die Bahn hatte am Wochenende stillgestanden, wie damals oft, denn das Schwebebahngerüst wurde abschnittsweise saniert.

Tote und Verletzte

Doch nach den Arbeiten am Wochenende machten Arbeiter und Ingenieure einen verhängnisvollen Fehler. Sie vergaßen eine schwere Stahlkralle an der Schiene abzuschrauben. Der erste Wagen raste mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h dagegen. In der Folge riss das Drehgestell ab, und der komplette Zug stürzte aus einer Höhe von 10 Metern in die Wupper. Fünf Tote, 47 Verletzte - eine schreckliche Bilanz.

Keine Gedenkfeiern zum Jahrestag

Taucher durchsuchen die Schwebebahn in der Wupper

2009 gab eine Gedenkfeier und einen Gottesdienst für die Opfer. In diesem Jahr bleibt es still: "Wir haben schon damals lange diskutiert, was angemessen ist", sagt Martina Eckermann, Pressesprecherin der Stadt, denn auch für die Opfer sei dies nicht leicht. Die Erinnerungen würden dann neu aufgewühlt. Auch die Wuppertaler Stadtwerke haben keinen besonderen Gedenktag geplant. Möglicherweise auch deshalb, weil das Wahrzeichen der Stadt nach einem Unfall im vergangenen Jahr gerade langfristig wieder still steht.

"Schon immer höchste Sicherheitsansprüche"

Schwebebahn stürtz auf Gerüst

Trotz des traumatischen Unglücks von 1999 habe sich das Verständnis für Sicherheit nie verändert, betont Stadtwerke-Sprecher Holger Stephan. Es habe davor und danach immer den höchsten Anspruch an die Sicherheit gegeben. Dennoch zeigten die Unfälle der vergangenen Jahre, dass trotz allem etwas passieren könne. Nach dem Absturz wurden zwei Stadtwerkemitarbeiter und ein Monteur zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Stand: 11.04.2019, 18:28

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