Jahrestag Keupstraße: Drohungen gegen Muslime

Jahrestag Keupstraße: Drohungen gegen Muslime

  • Ankündigungen von Gewalttaten gegen Muslime
  • Keine konkrete Bedrohung
  • 22 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt

Wenige Tage vor dem 15. Jahrestag des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße haben Unbekannte am Freitag (07.06.2019) in der Nähe des Tatortes Briefe mit Hetzbotschaften und Ankündigungen von Gewalttaten gegen Muslime verteilt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verbreitens verfassungsfeindlicher Symbole eingeleitet.

Hakenkreuz auf Flugblättern

Solche Flugblätter sind im Umfeld der Keupstr. verteilt worden

Solche Flugblätter sind im Umfeld der Keupstr. verteilt worden

Offenbar in Anlehnung an die rechtsextremistische Gruppe "Atomwaffen Division" aus den USA werden Muslime im Namen einer "Atomwaffendivision Deutschland" per Flugblatt aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Auf den Flugblättern prangt ein Hakenkreuz. Die wie Werbebriefe aufgemachten Botschaften sind nach WDR-Informationen in mehreren Straßen rund um die Keupstraße abgelegt worden.

Verdächtige Frau beobachtet

In einer der Straßen soll nach Aussagen von Zeugen gegenüber dem WDR eine jüngere brünette Frau die Umschläge mit den Flugblättern verteilt haben. Die Polizei geht zur Zeit nicht davon aus, dass von den Tätern eine konkrete Bedrohung für die vor allem türkisch stämmigen Muslime im Kölner Stadtteil Mülheim ausgeht. Beamte suchen jetzt nach den Hinterleuten der Hetzkampagne.

22 Menschen bei Anschlag verletzt

Am Sonntag findet auf der Kölner Keupstraße eine Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Nagelbombenexplosion statt. Bei dem Anschlag der rechtsextremen Terrororganisation NSU im Jahr 2004 waren 22 Menschen verletzt worden.

Laut Medienberichten sind ähnliche Flugblätter vor einigen Tagen auch in Frankfurt verteilt worden. Offenbar hat die Terrororganisation "Atomwaffendivision" aus Florida in den USA inzwischen auch in Deutschland einen Ableger.  

Stand: 07.06.2019, 18:19